Die neue alte Alemannia….

On 11. August 2010 by togo

Bei Alemannia Aachen ist Kampf wieder Trumpf!Es hat sich was getan beim Turnsportverein Alemannia Aachen. Allein personell schon, aber auch und vor allem in Sachen Einstellung und Spielanlage. Wer am letzten Sonntag auf dem Tivoli den sogenannten „Derby-Cup“ verfolgte, rieb sich höchstwahrscheinlich verwundert die Augen. Doch der Reihe nach…..
Die beiden letzten Jahre waren für die treuen Alemannia-Fans eine wahre Leidenszeit. Verantwortlich dafür war Jürgen Seeberger, der Fussball zum Abgewöhnen spielen ließ. Technokratisch, ergebnisorientiert, völlig ohne Herz und Leidenschaft…. so trat die Alemannia unter seiner Führung auf. Kaum ein Alemanne konnte sich mit dieser Art Fussball anfreunden, und so war es nur ein Frage der Zeit bis der unbeliebte Schweizer scheiterte.
Ihm folgte Michael Krüger, der durch eine unsägliche Art „Casting-Show“ ins Amt gehievt wurde. Mit einigen Vorschußlorbeeren ausgestattet, traf er zunächst zumindest verbal bei den Aachenern ins Schwarze. Es sollte sich jedoch rausstellen dass sein angekündigter „Pfeffer-Fussball“ nur eine Worthülse war. Krüger selbst wirkte ausgebrannt, und man hatte nie das Gefühl dass er diese (von Seeberger) versaute Mannschaft in den Griff bekommen würde. Dazu kamen taktische Fehlleistungen, die seine natürliche Autorität weiter untergruben. Der zwar gutaussehende, aber erfolglose Manager Bornemann holte Spieler, bei denen ich mich heute noch frage, wie irgend jemand jemals auf die Idee kommen kann solche „Schlaftabletten“ zum Tivoli zu holen. Paradebeispiel: Thorsten Burckhardt…. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen langweiligeren Spieler als den gesehen zu haben. Schon alleine die Art, wie er sich über den Platz bewegt, macht mich aggressiv und läßt in mir des öfteren den Wunsch aufkeimen, den mal richtig mit nem schneidigem Sliding-Tackling zu bearbeiten….. Aber nun gut…..
Im Laufe der letzten Rückrunde durfte ich eine Statistik bewundern, in der Alemannia in puncto Zweikampf die schwächsten Werte der gesamten 2. Liga hatte. Und das ist nun etwas, das DARF es nicht geben. Dass die Alemannia schonmal (öfter) schlecht spielt…. geschenkt…. aber gekämpft hat die Mannschaft eigentlich immer…. Ganz im Gegenteil…DAS war eigentlich immer ein Markenzeichen von Alemannia. Ich weiß wirklich nicht wieviele Mannschaften im Laufe der Jahre auf dem Tivoli die Segel streichen mussten, nur weil sie der aufopferungsvoll kämpfenden Alemannia nichts entgegenzusetzen hatten. Nur ein Beispiel aus der jüngeren Zeit: Die letzten 3 Pflichtspiele gegen den FC Bayern (2x Pokal, 1x Meisterschaft) wurden allesamt gewonnen. Und das sicher nicht weil die Aachener die spielerisch bessere Mannschaft waren.
Soviel zur Vergangenheit.
Es musste also eine Veränderung her.
Ein Meilenstein war die Verpflichtung von Erik Meijer als Sportdirektor /Manager. Von den Fans geliebt und als Spieler ein Vorbild, der jederzeit mit der richtigen Einstellung auflief. Erik Meijer hat sich für einen totalen Umbruch entschieden. Und wenn ich hier von Umbruch spreche, dann meine ich das auch. Manche Vereinsoberen strapazieren diese Vokabel ja schon wenn sie ihren Spielern einen neuen Satz Trikots in die Kabine legen.
Nicht so bei Erik Meijer und der Alemannia.
„Ein neuer Geist müsse her“ befand der Niederländer und machte sich an die Arbeit.
Verträge mit ewigen Mitläufern und Hemmschuhen (Polenz, Milchraum) wurden nicht verlängert. Selbst der verdiente Kapitän Christian Fiel musste sich nach einem anderen Klub umsehen. Dafür suchte Meijer nun gezielt nach jungen Spielern mit Entwicklungspotential. Ganz nebenbei war auch noch die Trainerfrage zu lösen. Hier gab es wohl die größte Überraschung. Peter Hyballa wurde verpflichtet. Ein unbeschriebenes Blatt im Profi-Fussball, aber sehr wohl mit enormen Erfolgen im Jugendbereich, als A-Jugend Coach von Borussia Dortmund. Mit 35 Jahren ist er nun der jüngste Profi-Trainer. Ein Mann der mit jungen Spielern umzugehen weiß, soviel ist mal sicher. Und so entwickelte sich dann auch die Transferpolitik von Alemannia. Es wurden eine ganze Reihe junger Spieler geholt, die das haben was alle junge Spieler haben (sollten). Sie sind HEISS…. Im 26-köpfigen Kader der Alemannia sind nun 11 Spieler die nicht älter als 22 sind, und insgesamt 18 Spieler die nicht älter als 25 sind. Im Mittelfeld wurde als „Taktgeber“ Thomas Dzebel verpflichtet. mit 36 Jahren versaut er den Schnitt ganz nett, wird aber sehr wichtig sein in puncto Teamführung.
Am Sonntag konnte man die „neue“ Alemannia zum 1. Mal bewundern. Die Gegner hießen Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen, jeweils 45 Minuten. Beide Spiele wurden gewonnen, aber das ist nicht wirklich wichtig. Wichtig war die Art und Weise wie diese neue Alemannia spielte. Sie geben einfach Vollgas…… Rauf aufm Platz und Vollgas. Es wird konsequent gepresst, und es wird nicht lange gefackelt. Gibt es eine Möglichkeit zur Flanke, wird geflankt. Gibt es eine Möglichkeit zum Torschuss, dann wird geschossen. Geht der Ball verloren, wird schnell eine Grundordnung gefunden, und jeder ballführende Gegner sofort, und manchmal zu zweit, unter Druck gesetzt. Man sah den Gegnern am Sonntag an, dass ihnen diese Spielweise der Alemannia nicht behagte. Vor allem den Düsseldorfern war anzumerken, dass ihnen nichts, aber rein gar nichts, einfiel….obwohl sie wollten.
Es war Balsam auf die geschundene Fan-Seele der Alemannen. Soooo kennt man die Alemannia…und soooo will man sie sehen. Nicht umsonst erklang im neuen Tivoli „Oh wie ist das schön“, denn sowas hatte man wirklich lange nicht mehr gesehen.
Und auch der 2. Hit an diesem Tag hatte seine volle Berechtigung: „Der TSV ist wieder da!“
Und wie er wieder da ist…… da werden sich einige in der 2. Liga noch wundern.
Die neue Alemannia rennt und kämpft, sie hat Biss und Leidenschaft. Sie ist halt eine „echte“ Alemannia….

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