Ab nach Wolfsburg!

On 5. Januar 2011 by togo

Auch im Winter Wolfsburgs Attraktion Nummer eins: Das FreibadKindern, die nicht artig sein wollen, kann man auf mehrere verschiedene Arten begegnen. Wessen Nervenkostüm noch intakt ist, versucht es mit Diskutieren und gutem Zureden. Manchmal kann es auch erfolgreich sein, das Kind „auslaufen zu lassen“, also im Grunde gar nichts zu tun. Wenn aber alle anderen Methoden scheitern, dann bleibt nur noch die Drohung mit einer harten Strafe. „Wenn Du nicht brav bist, musst Du nach Wolfsburg“ hat da schon bei unzähligen Kindern zu blitzartigen Erfolgen geführt. Denn, gibt es etwas Schlimmeres?

Hier kann ich nicht leben!
Berühmte Worte: Beatrix Ivanauskas rettete ihren Mann Valdas vor einer Zukunft am Fließband

Das scheinen sich auch einige Fußballprofis zu denken, die derzeit vom „VfL“ Wolfsburg, der Betriebssportgemeinschaft der Volkswagenwerke, umworben werden. Denn obwohl die Kriegskasse ganz rechts in Niedersachsen nach dem Verkauf des Stürmers Edin Dzeko an Manchester United (ach nee, ist ja nur Manchester City) prall gefüllt ist, liest man zwar ständig von Wolfsburger Interesse an irgendwelchen Spielern – Vollzug aber kann der andere Hoenesss nicht vermelden. Weil die Spieler selbst nicht wollen, so wie Bremens Enfant terrible ungeschliffener Diamant Marko Arnautovic oder Bayern Münchens Auslaufmodell Daniel van Buyten? Manchmal aber zeigen auch die aktuellen Vereine eine Spur Verantwortungsbewusstsein und schützen die Spieler vor einem Wechsel in die Stadt des KdF-Wagens, indem sie einen Transfer kategorisch ausschließen – das gilt für Deutschlands schnellsten Playstation-Zocker Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau) ebenso wie für Papiss Cissé (SC Freiburg). An Eljero Elia vom Hamburger SV soll Wolfsburg auch dran sein. Wie im Grunde an so ziemlich jeder selbsternannten Granate, die zurzeit auch nur über einen Vereinswechsel nachdenkt.

Wir dürfen gespannt sein, wer als erster Schmerzensgeld anstatt Liebe wählt und trotz aller Bedenken beim „VfL“ Wolfsburg unterschreibt. Irgend einer wird es machen. Schließlich hat man dort irgendwie immer eine Mannschaft zusammen bekommen – auch wenn keiner weiß, warum und wofür.

4 Responses to “Ab nach Wolfsburg!”

  • Hallo Dulli,

    Mag sein, daß er nicht viel erreicht hat, aber offensichtlich hat er wohl noch Charakter. Ein Kampfschwein, wie man ihn wohl interpretieren muss, will wissen, wofür es sich einsetzt, der will nicht mit nem Ring durch die Nase durch eine Eventarena geschleift werden, um als Bestandteil eines Marketingkonzeptes den Bandarbeitern ihre Freizeit mit Brot und Spielen zu versüßen.

    Das Gegenteil ist ja hinreichend vorhanden. Der Kauf der 2. Meisterschaft hat wieder nicht geklappt, weil eine Haufen sicher guter Einzelspieler überhaupt nicht einsehen will, warum man sich für lumpige 5 – 7 Millionen im Jahr nun auch noch schmutzig machen soll.

    Den Unterschied zu Braunschweig brauch ich dir sicher nicht erklären. Auch wenn sich manches verändert hat, findet man hier noch so etwas wie Fussball in einer Form, mit der sich echte Fans identifizieren können. Wenn VW morgen auf die Idee kommt, in eurer Arena jeden 2. Samstag ein Musical aufzuführen, werden immer noch 15.000 kommen…..90% davon werden aber kaum merken, dass sich was verändert hat……Event ist Event, hauptsache man wird berieselt.

  • Tach dulli,

    Die Frage bleibt doch, warum und wofür ein halbstaatlicher Autobauer unbedingt eine eigene Profi-Betriebsmannschaft braucht. Und mit den mittlerweile investierten Geldern war diese Meisterschaft mehr als überfällig – wahrscheinlich hätte es der MTV Gifhorn mit der Hälfte in kürzerer Zeit geschafft 😉

    Ein totes Konstrukt bleibt ein totes Konstrukt, auch wenn man es noch so bunt anpinselt. Dass es aber Leute gibt, die jeden Mist kaufen und da ohne nachzufragen hingehen – das ist wohl menschlich. Es geht aber auch anders, das wird etwas weiter südlich ja seit Jahren bewiesen. Da hat man als Drittligist mehr zahlende Zuschauer als der hochgekaufte Bundesligist obenan. Und von der Stimmung wollen wir mal gar nicht sprechen.

    Aber es gibt ja Hoffnungsschimmer am Horizont der Spielzeugtruppen. Hoppenheim muss um die Lizenz bangen. Vielleicht sollte die DFL beim „VfL“ Wolfsburg auch einmal etwas genauer in die Bücher schauen. Und eine konsequente Anwendung der 50+1-Regelung sollte sowieso Pflicht sein. Obwohl… es ist die DFL…

  • „Schließlich hat man dort irgendwie immer eine Mannschaft zusammen bekommen – auch wenn keiner weiß, warum und wofür.“
    zum Beispiel um 2009 Jahren Meister zu werden

    „Craig Bellamy. Ein absolutes Kampfschwein im Sturm,…“ lol ein Psychopat erster Güte. Witzig zwar und bestimmt auch ein guter Fussballer. Hat aber nie was erreicht und macht nur Müll. Kein Wunder dass so ein „Kampfschwein“ in Britannien bleibt. Er würde auch gut zur Eintracht passen. Hohe Identifikation, viel Kampf und es kommt nich viel bei raus….

  • Es wäre ein Lebenswerk jeden Spieler aufzuzählen, der aus persönlichen / ästhetischen / anderen vernünftigen Gründen die Abschiebung nach wob verweigert. Ein Name jedoch aus der letzten Transferperiode im Sommer: Craig Bellamy. Ein absolutes Kampfschwein im Sturm, das Man City verlassen musste, weil für die Premier League nur 24 Ü21-Spieler pro Verein gemeldet werden dürfen. Seine Reaktion, als er wob angeboten wurde: „Lieber höre ich mit dem Fußballspielen auf!“
    Heute spielt er in der zweiten Liga in Cardiff. Bei einem Verein, der ungefähr seit dem Untergang der Armada nicht mehr in der ersten Liga spielte. In einem Land, Wales, wo es 365 Tage im Jahr regnet. Respekt!

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