Dü, dü, dü-dü-dü-dü-dü!

On 23. Januar 2011 by gialloblu

Gehirn freie Zone DresdenMit Fans von Dynamo Dresden kann man eine Menge Spaß haben. Vorletzte Saison, auf der Rückfahrt im Regionalexpress, kam ein Dynamo zu uns rübergeschlurft und haute die schlimmste Beleidigung raus, die ihm einfiel. Klatschend grölte er: „Eintracht und der FCM!“. Müdes Lächeln unsererseits. Als Antwort gaben wir ihm ein „Dresden und die NPD!“, wodurch er sich genauso wenig beleidigt fühlte. Diese Situation, dieses Scheitern gegenseitiger Beleidigungen, hatte also eine gewisse Komik. Das soll natürlich nicht heißen, dass jeder Dresdener pauschal ein Nazi ist: Gestern hatten wir per PKW schon geschlagene drei Minuten die Dresdener Stadtgrenze passiert, bis wir das erste einheimische Auto sahen, das sowohl ein Dynamo-Logo als auch ein „Todesstrafe für Kinderschänder“ – ein NPD-Slogan, der in Frakturschrift unglaublich völkisch aussieht – hinten am Kofferraum kleben hatte. Oder, positiv formuliert: Die ersten zwei Minuten im Dresdener Straßenverkehr wurden uns durch keinen einzigen Dynamo-NPD-Fan versaut. Vermutlich glühten sie zu dem Zeitpunkt schon alle an der Total „der Ahnungslosen“- Tanke zwischen den Bahngleisen und ihrer Arena vor.

Mit jedem Besuch eines Auswärtsspiels gewinnt das Bild von der Gastfreundschaft in der Stadt des Gegners an Schärfe. Zu Eintracht-Spielen in Dresden fuhr ich bisher immer per Wochenendticket oder per PKW. Im Umfeld vom ehemaligen Rudolf-Harbig-Stadion im Vorbeigehen angerempelt werden? Gibt’s aus jahrelanger Erfahrung im Schnitt alle fünf Minuten. Ein paar Typen mal ein paar deutliche Worte sagen müssen, weil sie einem Prügel androhen? Gibt’s dort bei jedem Spiel, außer man lässt sich im abgeschotteten Konvoi der Zugfahrer zum Stadion geleiten. Zerstörungen am Auto, z.B. einen abgetretenen Autospiegel? Gibt’s zum Glück nur bei jeder zweiten Fahrt. Zu dritt mal spontan von einem Zehner-Mob an einer Kreuzung überfallen werden, selber einen Schlag aufs Maul kriegen, während ein 55-Jähriger (in Worten: Fünfundfünfzigjähriger) von einem Pack Dynamo-Helden abgezogen wird und sich dabei von Schal und Zaunfahne verabschieden muss? Passiert recht selten. Passierte bisher nur einmal, und zwar gestern nach dem Spiel. Ich überlege, ob ich mir einen Sticker „Todesstrafe für Gruppengewalt an Senioren“, möglicherweise in Frakturschrift, für mein Auto basteln sollte.

Die Zaunfahne unseres Fanclubs ist die zweite mir bekannte Eintracht-Flagge, die seit 2008 überfallartig durch eine Überzahl an Kloppis in Dresden geklaut wurde. Die erste tauchte letzte Saison, bei Eintrachts Heimspiel gegen Dynamo, zum Zweck der feierlichen Verbrennung im Gästeblock wieder auf. Um den Dynamo-Fans mal zu berichten, unter welch heldenhaften Umständen die Besorgung von Brennstoff für ihre Kurve funktioniert, wollte ich mich heute in ihrem offiziellen Forum registrieren, doch leider „sind zurzeit keine neuen Registrierungen möglich“. Schade, dachte ich, und mein Blick wanderte nach oben, zur Aufzählung der Vereinserfolge Dynamos in der Menüleiste: Ihre Zonentitel, ihre Zonenpokalsiege, und dann: 98x Europapokal. So ein Pech, nur zwei Spiele fehlen zur vollen Hundert.

In jenem Moment vergaß ich für Sekunden meinen Zorn: Wäre es nicht schön, wenn ein so traditionsreicher Verein wie Dynamo Dresden mal wieder im Europapokal spielen würde? Ich stellte mir vor: Ein Auswärtsspiel bei Spartak Moskau. Mitten in Moskau dämmert es den ganz Harten unter den mitgereisten Dynamo-Fans, dass Gelb-Schwarz zufällig auch die Farben irgendeines Bürgerkriegs-Kleinstaats im Kaukasus sind, als sie progromartig mal so richtig durch Moskau gejagt werden. Keine Sorge, sicherlich hätten die meisten überlebt.

Nein, Blödsinn sowas zu denken. Denn die Dynamos hätte man in Moskau doch schon am Flughafen festgenommen. Beim Anblick der russischen Flagge vor dem Terminal hätten sie die beiden Weltkriegsveteranen, die dort als Ehrengarde eingesetzt sind, gemeinsam umgehauen, Weiß-Blau-Rot vom Fahnenmast geholt und wären nach sehr kurzer Auseinandersetzung mit den Sicherheitskräften auf unbefristete Zeit im Gulag oder im Uranbergbau verschwunden – denn erstens setzten Russen schon vor über 50 Jahren Sachsen in dieser Branche ein, und zweitens heizt man nicht in jedem Land mit brennenden Fahnen.

Nein, alles dummes Zeug. Das Flugzeug wäre erst gar nicht in Moskau gelandet. Sobald kurz nach dem Start die erste Stewardess mit einem Getränkewagen im Gang erschienen wär, hätte der erste Dynamo ihr eine Faust ins Gesicht geknallt, der zweite die Spirituosen ausgeräumt, der dritte ihr das Bier aus dem Wagen geklaut. Der Pilot wäre auf der Stelle wieder zurück nach Schönefeld geflogen.

An diesem Punkt stellt sich abschließend die Frage: Woher hätten die Dynamos überhaupt die Kohle für die Flugtickets? Hier eine Vermutung, gleichzeitig auch ein Vorschlag zum zukünftigen Geld verdienen, für den passenderweise weder Vorkenntnisse noch Fähigkeiten erforderlich sind: Überfallt euch doch alle mal gegenseitig. Angenommen, ihr seid zu zehnt: Am ersten Tag rauben alle gemeinsam den Ronny aus. Am zweiten Tag rauben alle gemeinsam den Rico aus. Am dritten Tag rauben alle den Raik aus, und so weiter. Am Ende ist zwar jeder einmal ausgeraubt und verprügelt worden, durfte dafür aber neunmal selber ausrauben und verprügeln. Glaubt mir, im Saldo ist das Ergebnis für jeden Einzelnen ganz klar positiv. Probiert es einfach aus, nachdem ihr zehn gelb-schwarzen Amöben das Ausrauben und Verprügeln doch gestern schon geübt habt!

22 Responses to “Dü, dü, dü-dü-dü-dü-dü!”

  • mann bist du peinlich

  • So, Marlene,
    eigentlich wollte ich mich nur durch die Posts lesen und nicht aktiv an der Diskussion teilnehmen, aber dein nationalistisches Gesülze, das anfangs nur dezent rauszuhören war und das ich noch so halb mitlesen konnte, spätestens mit deinem letzten Post aber offensichtlicher nicht sein kann quillt grad über und verursacht bei mir heftige Augengeschwüre.
    Wer die NPD relativiert istn NPDler und nicht mehr wert, als das Taschentuch, in das ich reinrotze. Sarazzin, Trizonesien, Stammesgelaber – und das alles mit bemüht gestelztem pseudo-neunmalklugem Deutsch, das du nicht mal auch nur annähernd in Rechtschreibung und Grammatik beherrschst, bei Google oder Word wahrscheinlich auch schnell nochmal den einen oder anderen Begriff eingibst, damit Synonyme rausgespuckt werden, die möglichst nach Fachjargon klingen, um deiner letztendlich inhaltlosen Trashtalkorgie wenigstens nen hübschen Rahmen zu geben…

    (Schlusssatz gelöscht – persönliche Beleidigungen e.a. sind dann doch etwas zu viel des Schlechten – admin)

  • Ich möchte die große und bewundernswert treue und aktive Fan-Szene in Dresden nicht als gesamtes angreifen, aber leider hört man immer wieder von Problemen bei Auswärtsfahrten zum schönen Elbflorenz.
    Ich kenne nun allein von dieser Fahrt vier verschiedene Geschichten von Überfällen von gewaltbereiten Dresdenern auf zum Teil Minderjährige, ältere Menschen oder Frauen. Dies sind Berichte aus dem näheren persönlichem Umfeld, aus dem keine Person selbst gewaltbereit ist oder Gewalt sucht im Rahmen von Fußball spielen. Das hört man leider oft von Fahrten nach Dresden. Nur dort passiert es, dass mit dieser Häufigkeit und Kaltschnäuzigkeit Gästefans angegangen werden.
    Sicher gibt es auch immer Probleme bei Fahrten in andere Städte, aber Dresden hat da eine eigene Qualität. Dies mag an diesem Spieltag auch an dem praktisch nicht vorhandenem Sicherheitskonzept der Polizei gelegen haben. Wenn Eintracht in Hannover spielen würde, wären die Gästefans geradezu hermetisch abgeriegelt und es würde zu keinen Zusammenstößen im Rahmen des Spiels kommen. Ähnliche Sicherheitsvorkehrungen habe ich in Dresden vermisst.
    Natürlich hat auch Braunschweig ein Problem mit gewaltbereiten Fans, wie schon dieser feige Überfall auf den Regionalexpress zeigt, aber dies geschiet hier einfach sehr selten. Und im Rahmen von Spieltagen fällt mir in den letzten Jahren nicht ein, dass in BS Leute, die nicht die Gewalt gesucht haben, in größerer Zahl bedroht oder abgezockt wurden.
    So macht es die meisten Leute aus der Eintracht-Szene einfach wütend wenn man diese Geschichten hören. Bei mir wurde z.B. meine junge Cousine angegangen von Dresdenern. Unerträglich für mich und viele andere! So ist auch sicher der zum Teil zynische Blog-Eintrag zu lesen. Es wäre schön euer Stadion bald wieder zu besuchen, ist echt nett das Teil, aber die Schlägereien um Umfeld sind wirklich abzustellen.

    Auf die Entschuldigung, das Einträchtler wärend des Spiel Beleidigungen skandierten gehe ich mal nicht ein. Schmähgesänge gehören nun mal zum Fußball dazu, dass sollte nicht in körperlicher Gewalt enden.

    In dem Sinne beste Grüße, auf das wir in Zukunft viele friedliche Begegnungen der beiden Traditionsvereine erleben, dies es beide nicht verdient haben in der 3. Liga zu versauern.

    Stefan

  • Das Schöne ist, dass Du genau weißt, wovon Du sprichst… angesichts der vielen Jahre, in denen Du bereits eine Dauerkarte bei der Eintracht hast *bg*

    Im Ernst, wann warst Du das letzte Mal im Tempel? Warst Du überhaupt schon einmal da?

  • Du zitierst die Neue Presse. Das ist ungefähr so, als würde ich das Neue Deutschland als Grundlage einer Bewertung der Bundesrepublik vor 1990 benutzen. 😉

    Ansonsten drehen wir uns hier im Kreis.

  • beispiele gibt’s doch zur genüge über eure sogenannte braunschweiger fankultur ;), hier mal nur eins von vielen: http://www.neuepresse.de/Sport/Hannover-96/Uebersicht/Braunschweiger-Hooligans-greifen-Zug-mit-96-Fans-an#comments
    also besser mal den ball flach halten, vor der eigenen tür kehren und nicht wie waschweiber, nach dem motto hast du nicht gesehen, über andere vereine tratschen.
    fakt ist doch, das auf grund der
    überdurchschnittlich hohen medienpräsenz, der fokus ausschließlich auf dynamo dresden gerichtet ist und deshalb schon kleinste fehltritte, welche bei anderen vereinen gar keine beachtung finden würden, von der presse verkaufsfähig aufgeblasen werden.
    letztendlich nicht zu vergessen ist auch das fussballfans im osten nicht jeden schaldiebstahl für die statistik zur anzeige bringen.
    dynamo hat in der 3. liga die mit abstand größte anhängerschaft .. also vergleiche bitte nicht mit oberhausen, jena, saarbrücken oder gar eurem heiligtum.
    wer soll denn da in welcher form kontrollieren was da 10 leute außerhalb des stadions treiben.
    mal ehrlich, so etwas ist absolut unrealistisch.

    wie ich sehe steigerst du dich hier nur maßlos in etwas hinein und beende an dieser stelle die unterhaltung.

    viel erfolg noch beim aufstieg
    und natürlich für einen friedlichen fussball

    peter

  • Gewalt gegen fremde Fans ist in der Tat unentschuldbar, soweit diese nicht selbst gewaltsuchend sind. Allerdings muß man zugestehen, daß dies keine Dresdner Spezialität ist. Wer mal mit Werder-Trikot durch Hannover gelaufen ist, weiß was ich meine, und das muß dann noch nicht mal ein Spieltag sein.

    Allerdings scheint es selbst in Braunschweig ja nicht unüblich zu sein, daß sogar eigene Fans von bösen Nazi-Fans angegriffen werden. So berichtete es meines Wissens vor nicht allzu langer Zeit eine Gruppe namens „Ultras Braunschweig“.
    Und als Heimfan von den vermeintlich eigenen Jungs eins draufzukriegen, ist dann m.E. noch mieser als von Fremden Kloppe zu kassieren.

    Daher sollte man zunächst die eigenen geschlossenen braunen Reihen aufbrechen, bevor man die üblichen Dresden-Klischees bemüht.

  • Merkst Du eigentlich noch, was Du da sagst? Du behauptest nach allem, was in den letzten Jahren immer wieder bei Dynamo Dresden passiert ist, immer noch, dass es Ausnahmen sind. Warum, bitteschön, wird man diese Ausnahmen denn partout nicht los? Warum reinigt sich die Fanszene seit Jahren partout nicht selbst? Warum passiert so etwas, wie es passiert ist, eben NICHT in Oberhausen, nicht in Jena, nicht in Saarbrücken, sondern immer wieder in Dresden?

    Vom Augen zumachen wird nichts besser. Und bei Dynamo Dresden werden die Augen seit Jahren zugemacht. Und es wird seit Jahren nicht besser. Die Dresdner schauen eben lieber weg anstatt anzupacken. Die anderen sind Schuld. Die, die sich trauen, als Gästefans anzureisen. Und dann auch noch – nach diversen Attacken – böse Lieder SINGEN! Na, denen muss man doch auf die Fresse hauen. Wie kann man nur auf die Idee kommen, dass es auch anders geht?

    Es gibt Sachen, die kann man nicht entschuldigen und relativieren. Wenn man es trotzdem versucht, ist man genauso schlimm wie diejenigen, die straffällig wurden – vielleicht sogar schlimmer, weil man den Kriminellen damit den idealen Nährboden bietet.

  • schämen sollten sich doch eher leute wie du .. schon die überschrift suggeriert eure scheinheiligkeit.
    „scheiss dynamo“ so endet doch eurer ganz schlau provokanter song, richtig? und wer so etwas 90 minuten dauerloop im dresdner stadion singt, trägt nicht gerade zur deeskalation bei und genau hier fängts doch schon an.
    des weiteren entschuldige ich noch lange keine gewalt nur weil ich hier nicht nach braunschweiger maßstäben den erschütterten mime.. natürlich ist es nicht in ordnung wenn so etwas passiert nur was bitteschön können die restlichen 10000 fans dafür die an diesem tag im stadion waren.
    solche chaoten gibt es doch auch bei euch! ja hilfe, selbst leute mit glatze und frakturschrift-aufkleber fahren durch eure heilige stadt, alles schon gesehen .. kein quatsch.
    auf deinen restlichen sülz .. der dfb sollte dynamo rausschmeißen, gehe ich gar nicht erst ein, da diese aussage einfach nur unterste schublade ist und du schon deshalb nicht ernst genommen werden kannst.

  • Noch einer, der Gewalt entschuldigt. Anstatt sich in Grund und Boden zu schämen, wird relativiert und erklärt. Und das ist der Grund, warum Dynamo Dresden raus muss aus der Liga, am besten aus dem DFB. Denn dass diese Leute keine Ausnahme darstellen, wissen wir ja mittlerweile. Pfui Teufel!

  • da werden auf überheblicher art und weise 90 minuten lang beleidigungen gegen dynamos, sachsen und ossis allgemein gerülpst um sich dann zu wundern wenn es 10 von 10000 dresdnern eben nicht so lustig finden und ihnen einen sogenannten „scheiss dynamo“ zeigen.
    herr gailloblul, ich habe wenig zeit deshalb nur noch einen kleinen denkanstoss: die arbeitslosenquote betrug ende 2010 in braunschweig 8,1%. und in dresden 10,3% .. die anspielungen das sich dynamos keine flugtickets leisten könnten sind also mehr als lächerlich.

    guten abend

  • Erstens: Ich war der Fahrer des Autos, dessen einen Außenspiegel freundliche Dresdner vorsorglich abtrennten, damit wir beim Blick zurück keinen Schreck bekommen. Wir waren zu fünft unterwegs, dabei mein dreizehnjähriger Sohn. Auf dem Weg zum Stadion gingen wir (taktischer Fehler, gebe ich zu) durch den Park direkt am Stadion. Schon schön, auf zweihundert Metern vier Mal angerempelt zu werden von solariumsgebräunten Gewinnertypen. Schön auch, wenn diese Herren, kaum (mehr?) des Deutschen mächtig, jede Zivilisierungsschicht so weit hinter sich gelassen haben, dass sie auch auf Kinder keine Rücksicht nehmen.
    Zweitens: Ich bin nach dem Spiel mit meinem Sohn „in zivil“ rasch vorgegangen, um das Auto zu holen und die drei anderen, in Eintracht-Klamotten, aus den Fängen des angreifenden Mobs zu retten. Leider kam ich zu spät. Denn: Man machte Jagd. Man verfolgte uns. Und schlug zu, sobald die Polizei die Kreuzung räumte. Man verfolgte drei Männer, weil sie blaugelbe statt schwarzgelbe Klamotten trugen. Archaisch ist da schon zu zukunfts-zugewandt (jaja, denke immer an die Zone).
    Drittens: Die Polizei reagierte mit „was sind Sie auch zu der Zeit an dem Ort“. Früher sagten Polizisten gerne „was tragen Sie auch so einen kurzen Rock“. Rechtsstaatsverständnis eines vergangenen Jahrhunderts.
    Viertens: Niemand sagt (hier), dass in DD nur Nazis wohnen. Oder irgendwo anders nur irgendwas anderes. Die Empirie belegt aber in aller Eindeutigkeit, dass DD ganz weit vorne liegt in Sachen Jagd auf fremde Fans. Wer das verharmlost, ist immer nur auf der Ehrentribüne dieses (im übrigen wunderschönen) Stadions unterwegs. Und dem ist es auch egal, ob unser gemeinsamer Sport vor die Hunde geht.
    Fünftens: Für mich persönlich ist die Konsequenz klar: Nie wieder Dresden.

  • Und da sind sie wieder, die typischen Klischees, die man immer irgendwo zu hören bekommt: Dynamo Fans sind asozial, rechts, Harzis, ohne Anstand und Benehmen. Ist ja auch einfach alles über einen Kamm zu scheren, aber wenn man eben nur solche Erlebnisse hat, fällt es doch schwer zu glauben, dass es scheinbar auch „normale“ Dynamo Fans gibt.

    Aber ich kann dir versichern, die gibt es, die agieren auch lautstark im Block, wenn wieder so ein Hirnie einen Böller zündet oder ähnliches. Aber für die Medien ist das leider kein gefundenes Fressen und deswegen zeigen sie lieber schonungslose Bilder von Gewalt, dem typischen Dynamo-Fan und seine scheinbare Gesinnung.

    Nachdem Spiel am Samstag sind die Braunschweiger mit den Sonderbussen an uns vorbeigefahren und haben sich auch nicht, ich drück es mal harmlos aus, freundlich benommen. Trotzdem denke ich, dass ihr tolle Fans habt, die ordentlich Stimmung im Block gemacht haben.

    Dynamische Grüße von einem leidenschaftlichen Dynamo-Fan, der:

    – liberal ist
    – kaum Alkohol trinkt
    – einen Job hat
    und sogar studiert hat

    Und der das Büro auch noch mit einem Braunschweig- Fan teilt.

  • Sehr lustig geschrieben! Offensichtlich verfügt der Schreiber über eine blühende Fantasie oder er hat sich das Buch “ gelber Hals, schwarze Zähne“ durchgelesen. Vor allem den Bericht zum Cupspiel in Moskau Anfang der 80iger Jahre.
    Leider hast Du da auch Sachen angesprochen, die so nicht akzeptabel sind.Ohne was zu beschönigen sind die beschrieben Sachen bestimmt so passiert, ist aber beliebig mit vielen anderen Vereinen austauschbar. Wenn Du Dich genau in den Heimweg der Heinfans stellst und das auch noch in „Gastklamotten“ da darfst Du Dich nicht wundern.Kannst ja mal testen wo das funktioniert und wo nicht. Bin schon mal auf die Statistik gespannt.
    Ach noch eins: Die Flugtickets werden aus dem Solidaritätszuschlag bezahlt oder es werden mal wieder paar getürkte Bewerbungen beim „Assiamt“ abgegeben. Bringt eine auch 5€ :-))

  • @togo

    Deine Fragen sind genau die richtigen. Seit Jahren darf Dynamo unter dem Schutz des DFB veranstalten, was man keinem anderen Verein gewähren würde. Pleite hoch 3 und mit Ausschreitungen, für die jeder andere Verein schon in der Versenkung verschwunden wäre.

    Und was passiert? Augenscheinlich gar nichts. Man hat fast den Eindruck, dass man das Gewaltpotential als Alleinstellungsmerkmal pflegt…..Fussball als Event für das passende Klientel. Geld spielt keine Rolle, notfalls pumpt halt die Stadt wieder was rein. Da werden Spieler verpflichtet, während andere Vereine das nicht dürfen, die in ähnlicher Situation sind.

    Die dürfen niemals wieder aufsteigen, denn dann haben sie mit den Übertragungen auf Sky wieder die Öffentlichkeit, die sie dann erst recht zur Selbstdarstellung nutzen.

    Ich bin viel unterwegs, und hab eigentlich immer irgendwelche Eintrachtklamotten an, aber letzten Herbst in Dresden hab ich mich nicht getraut, so etwas anzuziehen…..ich bin mir sicher, es hätte sich jemand gefunden, der mir auf die Fresse haut. Ich hätte nicht gewusst warum, er sicher auch nicht, aber das ist dort egal. Ich kann mich überall mit Fussballfans unterhalten, selbst mit Hann…. oder KdFlern, aber mit denen nicht.

    ….und willst du denn mein Freund nicht sein, so schlag ich dir den Schädel ein

  • Nee, Togolein, ich bin richtig gewickelt. Ich rechtfertige kein asoziales Verhalten, es geht mir nur um die Art und die Weise, wie hier in einem Rundumschlag versucht wird, eine politische Richtung und einen Verein gleichzeitig plattzumachen.

    Als ich in BS mit Verl war, kam nach dem Spiel ein BS-Fan ganz begeister zu einem Verl-Sympathisanten mit scharz-weiß-roter Fahne, stellte sich als REP-Vorsitzender vor und erzählte, wie toll er es fände, daß er die Fahne des Reiches mit sich trägt. Ist die Eintracht deswegen ein Nazi-Verein?

    Mit Werder erlebte ich regelmäßig, wie in der Ostkurve die Reichs-Kriegsflagge gezeigt wurde, bei Essen begrüßten sich gewisse Gruppen gerne mit „Sieg Heil“, als die Frankfurter mal in Bremen waren, konnte ich knapp einer Heerschar anlaufender Eintracht-Hools entkommen. Sind alle Fans dieser Vereine Nazis und Schläger?

    Daß Dresden ein Gewaltproblem hat – bitte – aber dieses plumpe Nazi-blablabla-Zoni-rülps-Hooligans-Geschreibsel kann ich einfach nicht mehr hören.

  • Gialloblu, die Welt ist leider nicht immer so einfach, wie man sie sich manchmal macht. Entgegen Deiner vorschnellen Annahme bin ich kein Dresdner, sondern zur Hälfte oberschlesischer und zur anderen Hälfte niedersächsichser Abstammung. Im Siedlungsgebiet letztgennanten Stammes lebe ich auch zur Zeit. Mithin habe ich keinen persönlichen Bezug zu Dresden.

    Allerdings habe ich mal ein Jahr in der Mittelzone (Jena) gelebt, wo ich sowohl Kontakt zu NPDlern und ähnlich gestrickten Menschen hatte als auch zu Antifa-Komillitonen. Daher durfte ich die Erfahrung machen, daß eben weder bei der einen noch bei der anderen Seite deren Vertreter immer „sofort zuschlagen“. Im Gegensatz zu dem üblichen 08/15-Hippie-Gesülze in der Trizone gab es dort sogar öfter mal interessante Gespräche. Man sollte halt nur offen für Andersdenkende sein und nicht gleich mit seinen Vorurteilen hausieren gehen…

    Jemand der glaubt, daß jeder NPDler intolerant und menschenfeindlich sei, ist eigentlich nicht diskussionswürdig, aber seis drum… Die von Dir genannte Parole ist weder von der NPD erfunden, noch (soweit ich das nach kurzer Recherche nachprüfen konnte) Bestandteil ihres Wahlkampfkonzepts. Aber selbst wenn es so wäre, wäre Deine Herleitung äußerst gewagt. Gerade in Sachsen hat diese Partei, soweit ich mich erinnere, ihre Erfolge u.a. mit sozialpopulistischen Forderungen erzielt. Trotzdem dürfte nicht jeder Sachse, der sowas auf seinen Wagen klebt, ein NPD-Sympathisant sein.

    Abschließend sei gesagt, daß ich die genannten Vorfälle in keinster Weise rechtfertigen will. Aber m.E. stehen diese in ihrer Widerwärtigkeit schon für sich selbst, da braucht es keines Rückgriffes auf platte Antifa-Logik. Wenn man schon versuchen will, bestimmte Gruppen als Sündenböcke hinzustellen, sollte man analog Sarazzin prüfen, ob und inwieweit die Unterschicht zum Besuch unterklassiger Fußballspiele neigt.

  • Hallo Merlin,

    ich weiß durchaus, dass nicht alle Dresdner so sind wie die beschriebenen. Das Blöde ist nur: von den Normalos bekommt man kaum noch was mit. Eure Problemfälle dagegen (und die sind es, die mich so sauer machen) sind allgegenwärtig. Und das nicht erst seit vorgestern. Im Gegenteil hat man das Gefühl, dass die Probleme bei der SGD größer werden.
    Dynamo Dresden war mir früher immer recht sympathisch. Aber diese Sympathie ist weg. Auch wegen solcher Aktionen:

    Dynamo-Schmierereien am Braunschweiger Mannschaftsbus

    Will der Verein diese Idioten überhaupt loswerden? Was tut er gegen solche freiwiligen Gehirnspender? Warum bekommt es die Masse der SGD-Fans nicht hin, ihren Pflegefällen die rote Karte zu zeigen? Andere Fanszenen haben es geschafft, sich selbst zu reinigen. Bei Dynamo warte ich darauf seit Jahren.

    Wie soll man Dynamo und seine Fans also wahrnehmen, wenn immer wieder Fehlverhalten auftritt? Wenn Dynamo gerade erst eine Geldstrafe deswegen zahlen musste und es gleich im nächsten Spiel wieder rappelt? Wenn also überhaupt keine Besserung festzustellen ist?

  • Marlene, es geht kein Stück um rot oder Antifa, es geht um menschenfeindliche Gesinnung und um die Frage, ob man ohne eine Sekunde zu zögern einem Menschen eine in die Fresse haut, weil er für eine andere Idee, symbolisiert durch eine andere Farbe, steht. Ein brauner NPDler und ein roter Antifa/Autonomer nehmen sich in diesem Punkt nichts – beide würden beim Anblick des anderen sofort zuschlagen. Vertreter beider Gruppen halte ich für gewaltbereit, intolerant, asozial, menschenfeindlich.

    Auch beim Fußball setzen sich Gruppen farblich voneinander ab, so wie am Samstag, als Gelb-Schwarz gegen Blau-Gelb spielte. Deswegen muss man sich eigentlich noch nicht gegenseitig eins in die Fresse hauen. Wenn ein Gelb-Schwarzer sein Auto aber zusätzlich mit NPD-Parolen schmückt, geht es natürlich um ein Bekenntnis zur NPD (und damit zur Intoleranz und Menschenfeindlichkeit), und nicht darum, dass ihn zufällig die Frage quält, wie die Justiz mit Kinderschändern verfahren soll. Wenn vor eurer Glücksgasarena jeder Zweite in den typischen Krawallo-Labels rumläuft, hat er diese Klamotten ja auch nur gekauft, weil sie gerade im Sonderangebot waren, gell?

    Fest steht erstens, dass sehr viele Gelb-Schwarze ihre Gewaltbereitschaft mit jeder erdenklichen äußerlichen Symbolik zur Schau stellen. Fest steht zweitens, dass genug dieser asozialen Penner bereit sind, spontan kleine Gruppen zu überfallen, die sich zu anderen Farben bekennen. Ich weiß, wovon ich rede.

    Egal. Halte es für einen Zufall, wenn gegnerische Fans bei euch gejagt, verprügelt, ausgeraubt werden. Und berichte doch mal, was man mit dir alles so in Braunschweig angestellt hat.

    PS: Dein Argument mit dem BM war ja der Kracher. Ein Kumpel von mir wurde bei der EM2000 mit Steinen beworfen. Das durfte er aber nicht blöd finden, weil sein damaliger Außenminister in seiner Jugend auch mal mit Steinen geworfen hatte. Ah, ja…

  • Lieber Togo!

    Ich empfinde deine Kritik richtig und berechtigt, auch wenn sie nur eine Minderheit aller Dynamo-Fans in Dresden und anderswo betrifft. Dynamo hat eine sehr große Anhängerschaft, welche sich zum großen Teil verhält, wie es sich für sozialisierte Menschen gebührt! Du sprichst von einer Minderheit und schüttest leichtfertig jegliche Klischees über Tausende Fans des Vereins aus: Das ist ein Pauschalurteil von dem ich mich als Fan des Vereins beleidigt fühle! Gegen Braunschweig waren fast 19.000 MENSCHEN im Stadion zu Gast. Deine Kritik ist im Kern leider eine rein oberflächliche, die Gott sei dank nicht die Mehrheit aller betrifft, sondern die Minderheit – die leider immer wieder durch verschiedene Straftaten auf sich aufmerksam macht! Wir dürfen Kriminellen aber nicht die Möglichkeit geben, sich hinter dem Namen eines Vereins zu verstecken. Sie sind Kriminelle und nicht in erster Linie Fans der SG Dynamo Dresden!

  • Nee, Marlenchen, da liegst Du komplett schief. Reg‘ Dich mal lieber über die ständig wiederkehrenden asozialen Verhaltensweisen in Dresden auf – da hat Dynamo in der Mitte wirklich eine Ausnahmestellung. Und wenn diejenigen, die sich in schönster Regelmäßigkeit benehmen wie ein Abbruchkommando auf Speed, ständig mit Nazi-Parolen um sich hauen (wir reden hier nicht von normaler Vaterlandsliebe oder Patriotismus, sondern von dümmsten und beschissensten Sprüchen), dann eben auch als Nazis bezeichnet werden, dann ist das schon in Ordnung so.
    Ich kann diesen Mist vom Juden-Berlin nicht mehr hören. Ich kann diese ständigen Übergriffe von Dynamo-„Fans“ nicht mehr ertragen. Ich kann diesen ganzen „Verein“ nicht mehr stehen sehen, der die eigene Kommune erpresst, um ein neues Stadion zu bekommen und trotz penetranter Pleite immer noch mitspielen darf. Folge des schlechten Gewissens des DFB? Anders ist es nicht mehr zu erklären. Dynamo Dresden gehört abgewickelt. Und ein bemerkenswerter Teil der Anhängerschaft braucht dringendst psychiatrische Hilfe. 55jährige angreifen und abzocken? Das wird doch sonst so gern exklusiv Migranten angelastet. Hier sind es – nicht zum ersten, und leider sicherlich auch nicht zum letzten Mal – angebliche Volksgenossen. Deutsche, für die ich mich schäme.

    Wenn es für Dich rot ist, irgendwann von dummen, asozialen Parolengröhlern und Gewalttätern die Fesse voll zu haben, dann bin ich dunkelrot.

  • Ein Randtrizonesier auf dem Weg in die Weiten der Mittelzone – Zonenüberschreitungen tun nicht jeden gut. Auch hier zeigt sich wieder einmal, daß sich Frustrationen am besten mit dem allseits beliebten K(r)ampf gegen Rechts abbauen lassen. Dumm nur, daß auch mehr als jeder zweite Trizonese (und erst Recht BRAUNschweiger) nach den hier bevorzugten Maßstäben (Forderung nach der Todesstrafe für Kinderschänder) ein Nazi ist.

    Anti(fa)-NPD-Sprüche von Braunschweigern, deren BM ein ehemaliger NPDler ist, dürften aufgrund ihrer unfreiwilligen Komik an Beleidigungspotential einbüßen. Daher empfehle ich den roten blau-gelben vor der nächsten Auswärtstour eine Lektion in Heimatkunde.

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