Das Faxgerät des Grauens

On 1. Februar 2011 by togo

Strom war daVor etwa zehn Jahren schlug es das erste Mal zu: das Faxgerät des Grauens! Das Opfer war der damalige Regionalligist SV Wilhelmshaven, den eine um wenige Minuten zu spät beim DFB angekommene Bürgschaft die Lizenz für die kommende Saison kostete. Und da die Jadestädter nicht annähernd die Lobby so manchen anderen Vereins besitzen (bei Dynamo Dresden oder dem 1.FC Kaiserslautern hätte man wohl beide Augen zugekniffen und den rechtzeitigen Beginn des Absendens als ausreichend betrachtet), weigerte sich der DFB damals, den Lizenzantrag des SVW zu bearbeiten.

Das Faxgerät tauchte nach der Schreckensnacht von Wilhelmshaven unter. Die Menschen hatten es beinahe vergessen. Aber jetzt hat es wieder zugeschlagen! – beim Hamburger SV! Den kostete es zwar nicht die Lizenz, aber doch ein paar Euro, denn sein Spieler Eric-Maxim Choupo-Moting kann die Rückrunde nicht, wie vereinbart, beim 1.FC Köln auflaufen. Wie schon in Wilhelmshaven verweigerte das Faxgerät kurz vor Ultimo seinen Dienst bzw. nahm ihn zu spät auf. Die Unterlagen landeten statt bis 18 Uhr erst um 18.12 Uhr beim DFB, der den Transfer deshalb ablehnte.

Das Faxgerät des Grauens ist unmittelbar nach seiner Tat erneut verschwunden und spart Tinte, bis es erneut zuschlägt. Wir dürfen gespannt sein, wo das sein wird. Etwa in Bremen, wo es den städtischen Beschluss zum Rückbau des Weserstadions auf dann angemessene 15.000 Plätze verzögert? Oder in Wolfsburg, wo es Volkswagens Ausstieg aus dem teuren Betriebssport zurückhält, was man beim „VfL“ deshalb nicht mitbekommt und trotz jetzt fehlender Mittel weiter teure Spieler kauft, die dann allesamt ablösefrei wieder gehen dürfen, weil der „Verein“ zwangsabgewickelt wird? Vielleicht auch in Hannover – hier trifft es ein Fax von Hannover 96 an Carsten Maschseemeyer, den ehemaligen Besitzer und Irgendwie-immer-noch-Boss einer Drückerkolonne, in dem man um Beendigung eines Sponsorings bittet, weil die eingenommenen Gelder den erlittenen Imageverlust längst nicht mehr rechtfertigen (das Fax kommt nie an, das Sponsoring läuft offensiver als zuvor weiter, weshalb 96 zukünftig nicht mehr „die Roten“ genannt wird, sondern nur noch „die Drücker“) .

Schaun mer mal, dann sehn mer schon, meinte einst der Dingsbums. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt also zukünftig die Finger vom Faxen machen und steigt um auf den guten alten Direktboten Justin Time. Der bringt die Unterlagen dann persönlich vorbei und sieht auf diese Weise gleich was von der Welt.

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