Eintracht Frankfurt ringt vor Gericht um seinen guten Namen

On 31. Mai 2011 by togo

Von kleinen Lichtern und großen NamenWas für eine Seuchensaison für die kleine Eintracht! Noch zur Winterpause grüßte man aus dem oberen Mittelfeld und hatte den europäischen Wettbewerb im Visier. Dann gab es zu Weihnachten anscheinend mehr Ruten als Nüsse und Äpfel, und seitdem lieferte die SGE eine peinliche Vorstellung nach der anderen ab. Selbst Motivationskünstler Christoph Daum konnte den Fall nicht mehr stoppen – für Eintracht Frankfurt ging es in einer beispiellosen Talfahrt runter auf Platz 17, direkter Abstieg!

Und als sei das noch nicht schlimm genug, müssen die Hessen jetzt auch noch um ihren guten Namen fürchten. Denn ein ganz besonders cleverer Ringerclub hat sich zwischendurch „Athletic-Club Eintracht Frankfurt am Main“ genannt und sich diese Bezeichnung beim Europäischen Markenamt auch eintragen lassen. Dass das überhaupt geht, liegt daran, dass die SGE es vorher verpennt hat, sich dort selbst die Rechte zu sichern.

Eh schon gerupft, da kommt noch so'n Trittbrettfahrer dazu: Eintracht Frankfurt (rechts im Bild)

Eh schon gerupft, da kommt noch so'n Trittbrettfahrer dazu: Eintracht Frankfurt (rechts im Bild)

Klingt blöd, ist es aber nur begrenzt. Denn die Frankfurter Fußball-Eintracht besitzt bereits seit 1999 die Wortmarke „Eintracht Frankfurt“. Älter, damit definitiv durchsetzungsstark. Klar, dass die Fußball-Eintracht jetzt gegen die Ringer-Eintracht vorgeht, damit die Ringer-Eintracht nicht unter dem Namen der Fußball-Eintracht antritt. Der Streitwert des Verfahrens beläuft sich zur Sicherheit mal eben auf eine Viertel Million Euro – das ist ungefähr das Doppelte von dem, was der Kader der SGE nach dem Abstieg noch Wert ist.

Die Ringer, die sich in einem Anfall von vermeintlicher Cleverness für etwa 900 Euro Gebühren (soviel kostet das Eintragen einer europäischen Marke ungefähr) den bekannten Namen Eintracht Frankfurt mopsen wollten, schreien jetzt natürlich Zeter und Mordio. Die SGE würde einen sozialen Verein angreifen, in dem Ehrenamtliche mit Kindern arbeiten, hieß es zum Beispiel auf der Webseite der Ringer (mittlerweile anscheinend gelöscht, denn ich kann die vielzitierte Passage nicht mehr finden). Na, da fragt man sich doch ganz automatisch, warum dieser sozial arbeitende Verein ganz dringend den Namen eines bereits existierenden, dazu sehr bekannten anderen Vereins braucht? Hätte man sich AC Knackwurst Frankfurt am Main (gibt es sicherlich noch nicht) genannt, man hätte mit Sicherheit keinen Ärger mit der Fleischerinnung bekommen.

Nein, unschuldige Opfer sind diese Ringer ganz sicher nicht. Eher verhinderte Genies. Anscheinend war man sich sicher, sich mit den 900 Euro Gebühren für die Marke eine ansonsten viel teurere Werbekampagne sparen und so für vergleichsweise schlankes Geld neue Mitglieder für den jungen Verein gewinnen zu können. Dass das jetzt kräftig in die Hose geht (und daran besteht angesichts der älteren Rechte der SGE kein Zweifel), haben sich die Initiatoren selbst eingebrockt. Gefährliches Halbwissen kann eben nur selten eine gründliche Recherche ersetzen.

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