Nationalfeiertag

On 2. September 2011 by gialloblu

Mal ehrlich: Nationalfeiertage sind schön. Der Nationalfeiertag ist der absolut beste Tag im ganzen Jahr. Noch gut erinner ich mich an die Gefühle meiner Kindheit, wenn ich zum Beispiel am ersten Weihnachtstag morgens aufwachte: Schnee rieselte draußen hinterm Fenster sanft vom Himmel. Ein Berg von am Vorabend ausgepackten Spielzeug lag neben meinem Bett. Oma war zu Besuch. Es waren Ferien, das Zimmer war kuschelig warm beheizt und es roch nach Kerzenwachs vom Weihnachtsbaum. Mein erster Gedanke: „Ach, wäre heute doch Nationalfeiertag!“

Denn an Nationalfeiertagen gibt es all jene Dinge zu sehen, die man sonst nie sieht: In London, an einem strahlend hellen Samstag im Juni, hunderte Bärenfellmützen bei der offiziellen Geburtstagsparade der Queen. In Washington, an einem oft richtig heißen 4. Juli, salutierende Kriegsveteranen in ihren Rollstühlen. Im sonnigen Paris, zehn Tage später, Knackis aus aller Welt in Uniformen der Fremdenlegion auf dem Champs Elysées. Irgendwann im Herbst, wenn Dreckswetter ist, Wolfgang Thierse an einer Currywurstbude vorm Brandenburger Tor, wo er von einem Ostberliner Wutbürger die Welt erklärt kriegt.

Natürlich drängt sich da die Frage auf, warum einige Nationen bei schönstem Strahlewetter feiern, und andere, wenn noch nicht mal der Hund Lust hat vor die Tür zu gehen. Glücklicherweise gibt es zur Beantwortung dieser Frage die wunderbare Informationsquelle wikipedia: Sie erklärt uns im Detail wer wann wo weshalb feiert. Und ich gebe zu: Für einen kurzen Augenblick hatte ich tatsächlich vergessen, dass unser geliebter Verein Eintracht Braunschweig bei einem dieser Termine eine entscheidende Rolle spielt.

PS: Wer diesen Artikel heute auf der Arbeit liest farf sich für einen Moment den Kaiser zurückwünschen – denn zu seiner Zeit war der 2. September Nationalfeiertag im Deutschen Reich.



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