Jurassic Park

On 8. November 2011 by gialloblu

+++++ Vielen Dank für diesen Gastbeitrag, Eintracht zeigen! +++++

Erinnert ihr Euch noch? Es gab einmal eine Zeit, sie ist noch gar nicht sooo lange her, da wandte man sich mit Grausen von dem ab, was unsere Eintracht (?) sowohl auf dem heiligen Rasen des Tempels wie auch in der Ferne produzierte. Das Fragezeichen steht dort mit Bedacht, denn war das damals unsere Eintracht? Dieser zusammengekaufte Haufen aus osteuropäischen Sonderangeboten und abgehalfterten deutschen Kickern, denen es offensichtlich neben einem halbwegs gefüllten Bankkonto nur darum ging, ihre vertraglich eingegangenen Pflichten mit so wenig Anstrengung wie möglich zu absolvieren? Die ihren fußballerischen Lebensabend (der bei einigen scheinbar schon mit Mitte 20 gekommen war) einfach so bequem wie möglich verleben wollten, egal wo? Mit einer Vereinsführung, deren sportlicher Sachverstand ungefähr mit dem Intelligenzquotienten einer Amöbe vergleichbar war und die deshalb ihre sportliche Leitung nach Gutdünken walten ließ (also ähnlich wie zur Zeit in Wolfsburg)? Und last but not least mit diversen Trainern, deren Identifikation mit dem Verein gegen Null tendierte, was sich in fehlendem Engagement und einem ausschließlich monetären Blickwinkel niederschlug? Natürlich erinnern wir uns noch, wie die einen von uns jeden Samstag Haare raufend Tribünen und Stehplatzränge bevölkerten, immer in der Hoffnung, dass es doch irgendwann besser werden müsste, diese dann aber Wochenende für Wochenende erneut enttäuscht wurde. Und wie die anderen von uns (und da gehörte ich zu) diesem Konstrukt vollständig die Gefolgschaft verweigerten, so dass teilweise extrem niedrige vierstellige Zuschauerzahlen bei Heimspielen die Regel waren.

Auch das Internet und das Eintracht-Forum gab es damals schon und es ist nicht schwer vorstellbar, dass es auch genutzt wurde, um dem Unmut über Spieler, Trainer und Vereinsführung gehörig Luft zu verschaffen.  So intensiv, dass die Verantwortlichen es irgendwann nicht mehr ertragen konnten und die freie Meinungsäußerung zum Thema einfach abwürgten, indem sie das Forum vom Netz nahmen. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

Aber ETWAS HAT ÜBERLEBT!

Die Dinosaurier des Missmuts, die längst ausgestorben geglaubte Gattung derer, denen man es nie recht machen kann und die sich wie ausgehungerte Raptoren auf jede Gelegenheit stürzen, es einem breiten Publikum mitzuteilen. Was für ein Schlaraffenland für diese Spezies, als man gar nicht lange nach Anlässen suchen musste, um Trainern, Spielern oder Funktionären unmissverständlich und in wenig freundlichen Worten klar zu machen, dass man selbst es in jedem Fall besser gekonnt und, im Falle der Verantwortung, auch definitiv besser gemacht hätte. Die allgemeine Empörung über die gezeigten Leistungen kam ihrer parasitären Veranlagung dabei natürlich zugute. So konnten sie fast unerkannt im Meer der Unzufriedenheit schwimmen und auf ihre Beute lauern. Was für herrliche Zeiten des Überflusses.

Doch die Evolution ließ sich nicht aufhalten. Eine Gruppe begnadeter Wissenschaftler unter Führung der Herren Ebel, Arnold und Lieberknecht machte sich daran, das Umfeld neu zu strukturieren, wodurch den Dinosauriern nach und nach nicht nur der Lebensraum, sondern auch die Nahrungsgrundlage entzogen wurde. Während einige sich den geänderten Bedingungen anpassten, versuchten andere in der Anfangszeit des Projekts, durch direkte Angriffe auf die Wissenschaftler noch etwas zu retten, wo eigentlich nichts mehr zu retten war (man erinnere sich an die „Trainerlehrlings“-Geschichten). Mit fortschreitender Konsolidierung des Umfeldes setzte die natürliche Auslese den Dinosauriern des Missmuts immer mehr zu. Der ihnen lieb gewordene Lebensraum, das Meer der Unzufriedenheit, wich weiter und weiter zurück und machte einer Insel der Hoffnung und der Freude  Platz. Es kam sogar noch schlimmer, denn ihre so lange bewahrte Alpha-Stellung war ebenfalls dahin, ja sie wurden nun sogar von anderen Usern weg gebissen, wenn es ihnen dann schon mal gelang, ein vermeintliches Haar in der (Eintracht-)Suppe zu finden. So nahm mit fortschreitendem sportlichen und finanziellen Erfolg die Zahl der Dinosaurier des Missmuts immer mehr ab, bis man sie schließlich ausgestorben glaubte.

Weit gefehlt! Wie man aktuell sehen kann, haben sie sich nur zurückgezogen. Und sie haben gewartet, gewartet auf den Moment, wo sie erneut zuschnappen können. Wo sie meinen, endlich wieder einen Grund für verbale Attacken gefunden zu haben. Und sie tun es. Allerdings fällt auf, dass es auf den ersten Blick nicht die bekannten Dinosaurier von
damals zu sein scheinen, zumindest treten sie überwiegend unter neuen Namen auf. Gleichwohl lässt aber die Argumentation Einzelner vermuten, dass sie sich in der Zeit der Lethargie lediglich einen neuen Pelz zugelegt haben, ohne ihre ursprünglichen „Jagdinstinkte“ abzulegen. Noch sind es nicht all zu viele, noch ist die Insel der Hoffnung und der Freude weitgehend trocken. Wollen wir hoffen, dass es gelingt, dies auch noch für eine sehr, sehr lange Zeit beizubehalten. Sonst kehren die Dinosaurier in Massen zurück. Und wer will das schon?

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