PETA: Eintracht Braunschweig tötet nur ganz selten Tiere

On 20. März 2012 by gialloblu

Heute beschäftigen wir uns endlich mal mit dem Tierschutz. Denn vor wenigen Tagen kam die Tierrechtsorganisation PETA – vierzig Jahre zu spät, wie wir finden – auf die Idee, dass Jägermeister sich aus Image- und Tierschutzgründen in Waldmeister umbenennen soll. Waldmeister! Super Idee! Gründe für diese Forderung zählt PETA in diesem Artikel auf: Die Jagd ist in der heutigen Gesellschaft ein umstrittenes Thema… Menschen hinterfragen völlig zu Recht die Sinnhaftigkeit der hinterhältigen Tötung in deutschen Wäldern, der Jahr für Jahr Millionen von Tieren zum Opfer fallen… Jagd ist ein allgegenwärtiges Massaker in deutschen Wäldern… Jäger behaupten, dass in Abwesenheit von Wolf und Bär Überpopulationen entstehen… namhafte Biologen widersprechen und verweisen auf winterliche Nahrungsknappheit. Undsoweiter.

Mit dem Wunsch nach Umbenennung des Wolfenbütteler Likörs hätte PETA schon vor vierzig Jahren bei Günter Mast offene Türen eingerannt. Günter Mast war ja selber – wenn ich mich richtig erinner – ein fanatischer Jagdgegner, ein militanter Veganer und überhaupt irgendwie ein Pionier der Straight Edge-Bewegung. Er wäre PETA für diesen Vorschlag regelrecht um den Hals gefallen! Waldmeister statt Jägermeister! Man stelle sich heutzutage einen Hipster in New York vor, der statt eines „Jager“ (bitte Amerikanisch aussprechen) einen „Wald“ (ebenfalls Amerikanisch aussprechen, also wie Walt Disney, bloß ohne Disney) bestellt. Statt Sonnenbrillen mit orangem Hubertushirsch verschenken „Waldgirls“ grünen Wackelpudding mit Waldmeistergeschmack. Mit diesem Image hätte „Waldmeister“, und in diesem Punkt hat PETA vollkommen Recht, die Weltmärkte schon Jahrzehnte früher erobert.

Ein positiver Nebeneffekt dieser Umbenennung wäre gewesen, dass Erinnerungsfotos unserer Eintracht aus den Siebzigern richtig tough aussehen würden: Günter Mast, wie er sich im Rahmen seiner Sonderzug-Aktion nach Nürnberg 1974 mit Waldmeister-Fahne knipsen lässt. Oder das legendäre Portrait von Paul Breitner, im Waldmeister-Trikot 1977, vor der alten Haupttribüne. Mal ehrlich: Ein stolzer Hirsch mit mächtigem Geweih – sowas taugt als Symbol doch nur für Sitzendpinkler und Einparkhilfenbenutzer. Ganz anders das zarte Pflänzlein Waldmeister: Nur die härtesten Samurai-Krieger Japans durften sich eine Waldmeisterblüte aufs Schwert gravieren. Veteranen der französischen Fremdenlegion erkennen sich am Waldmeistergruß. Amerikanische Marines im Vietnamkrieg legten Spielkarten mit dem grünen Waldmeister-As auf ihre getöteten Gegner. Tatsache!

Hätte das vitaminreiche Kräutergetränk den gefährlich coolen Namen „Waldmeister“ gehabt, wäre auch die Ära Mast als Vereinspräsident von Eintracht Braunschweig anders ausgegangen. Mitte der Achtziger hätte Mast versucht, den Verein in SV Waldmeister umzubenennen. Ein passendes rundes Logo wäre entworfen worden: Grün-weiß wie der blühende Waldmeister, mit einem großen grünen „W“ in der Mitte. Dieses Logo wäre nach der gescheiterten Umbenennung sofort in den Müll gewandert – außer man findet in der Nachbarschaft einen Deppen, der jeden Mist kauft, sobald er mehr als zehn Millionen kostet. Vom Erlös aus dem Verkauf des SV Waldmeister-Logos nach Wolfsburg hätte der BTSV noch viele Jahre erste Liga spielen können.

Doch leider gab es vor vierzig Jahren PETA noch nicht, so dass die Geschichte einen anderen Verlauf nahm. Umso mehr freut es uns, dass wir an dieser Stelle jetzt schon die Presseerklärung veröffentlichen dürfen, in der PETA sich erst im späteren Verlauf des Tages zum BTSV äußern wird. Und darauf trinken wir jetzt schon einen Waldi!

Eintracht Braunschweig tötet nur ganz selten Tiere
PETA bittet um Unterstützung für den BTSV

Während wir stündlich damit rechnen, dass „Jägermeister“ endlich seine Umbenennung in „Waldmeister“ öffentlich bekannt gibt, möchten wir heute für den Verein Eintracht Braunschweig werben. Aus Tierschutzgründen verzichtet Eintracht neuerdings darauf, gegnerisches Wild im eigenen Revier, dem Eintracht-Wald, in brutaler Punkte- und Trophäenjagd hinterhältig zu erlegen. Vom Aussterben bedrohte Zweitliga-Arten – zum Beispiel der Tivolihamster, das Wildparkhuhn und das Bornheimer Bembelhörnchen – wurden zuletzt mit geteilten Punkten als Winterfutter zurück in ihre angestammten Biotope geschickt. Lediglich der Rostocker Keinpunkthase musste mit einem späten Blattschuss von seinem langen Leiden erlöst werden.
Jagdgegner hinterfragen völlig zu Recht die Sinnhaftigkeit der hinterhältigen Tötung von zweitligabewohnenden Überpopulationen. „Selbst wenn Fleischfresser wie Herthinho der Bär, Wölfi der Wolf oder der Bundesliga-Dino aus Hamburg-Stellingen demnächst mal im Zweitliga-Wald auf blutige Futtersuche gehen“, so unser namhafter Biologe, „reguliert sich der Bestand doch am schnellsten über natürliche Auslese, besonders durch winterliche Geldknappheit. Eine Art wäre schon längst verhungert, wenn die Stadt Dresden ihr nicht jedes Jahr die Waldmiete stunden würde.“
PETA hofft, dass Eintrachts nächste Gegner auf jede Form der verbrecherischen Punktejagd verzichten werden. Zweitligisten sind nicht dazu da, dass wir sie essen, dass wir an ihnen experimentieren, dass wir sie anziehen, dass wir sie ausbeuten und dass sie uns unterhalten.

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