So geht Fairplay – nicht! Wie Concordia Neermoor sich den Sieg klaute.

On 2. Oktober 2012 by togo

Der Deutsche Fußballbund hat das Thema ganz oben auf seiner Agenda: Fairplay, bitte! Geht sportlich mit Euren Gegenspielern um, benehmt Euch sauber gegenüber dem Schiri und so weiter. Seit langen Jahren predigen die Verbände das gute Benehmen auf den Fußballplätzen. Man sollte meinen, es sei überall angekommen.

Als eine Oase der Unsportlichkeit präsentierte sich vergangenen Sonntag leider die Erste Mannschaft von Concordia Neermoor in der 2. Staffel der 1. Kreisklasse Leer. Die drittplatzierten und ungeschlagenen Neermoorer mussten beim bisher punktlosen Schlusslicht TSV Lammertsfehn (Filsum) antreten. Eine klare Kiste, eigentlich. Aber Lammertsfehn spielt gut mit und hält bis zum Ende ein 1:1. Naja, fast bis zum Ende. Denn kurz vor dem Abpfiff passierte folgendes:

Ein Spieler der Gastgeber liegt in der 92. Minute verletzt am Boden. Der Keeper des TSV Lammertsfehn Gerd Börgmann spielt den Ball ins Seitenaus, damit der Spieler behandelt werden kann. Die Gäste aus Neermoor geben den Ball allerdings nicht zurück an den TSV, wie ansonsten üblich, sondern nutzen die Verwirrung für einen schnellen Angriff. Neermoors Jens Neessen hat keine Gewissensprobleme und erzielt das 2:1, bald darauf ist Schluss.

Eine Aktion, die so ziemlich das Gegenteil von Fairplay darstellt. Das sehen fast alle Beteiligten so: der Spieler von Lammertsfehn, der sich fürs Protestieren gegen diese Unsportlichkeit eine gelb-rote Karte abholte – nicht gern, wie Schiri Theodor Janssen nach Spielende betonte. Aber so seien eben die Regeln. Auch habe er keine Möglichkeit gehabt, diese „bisher nicht gekannten Unfairness“ der Neermoorer abzupfeifen. Und hat damit leider recht, denn entgegen dem Fairplaygedanken ist das Zurückgeben des Balles in einer solchen Situation kein Bestandteil der Regeln. Warum eigentlich nicht?

Lediglich Neermoors Trainer Heinrich Kruse sprach nur von einem Sieg mit Beigeschmack. Das sah sein Gegenüber, TSV-Coach Hans-Jürgen Schmidt, dann doch etwas anders: „So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt“, regte er sich auf. Nachvollziehbar, oder?

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