Spitzenreiter – nur durch Glück!

On 22. November 2012 by gialloblu

Über den Grund für Eintrachts Höhenflug gibt es keine zwei Meinungen: Der BTSV ist Tabellenführer, weil er in jedem Spiel Glück hat. Betrachten wir nur mal die ersten Heimspiele dieser Saison: Glück mit dem Spielplan, der uns gleich zum Auftakt die neu formierte Truppe des Absteigers Köln bescherte. Glück bei der Seitenwahl, so dass der SC Paderborn, mit Eintrachts stimmgewaltiger Südkurve im Nacken, in Halbzeit zwei mit schlotternden Knien das Spiel verlor. Glück bei Standards, so dass ein eher harmlos wirkender Eckball ins Regensburger Tor purzelte. Glück mit dem Biorhythmus, der beim Gegner Duisburg nach 80 Minuten so sehr einbrach, dass in den letzten zehn Minuten Braunschweiger Tore wie am Fließband fielen. Glück mit dem Schiedsrichter, der gegen Bochum das erste von Eintrachts drei Toren zählen ließ, obwohl der VfL-Torwart sich so sehr einen Freistoß wünschte. In jedem Spiel Glück mit den gegnerischen Stürmern, die den Ball entweder Richtung Stadiondach, an den Pfosten oder in die Arme von Daniel Davari ballerten. Glück, Glück, Glück wohin man schaut.

Nur der dickköpfigste Südkurven-Taliban könnte beim Blick durch die blau-gelbe Brille auf die wirre Idee kommen, dass Eintrachts Erfolg noch andere Gründe hat: zum Beispiel die Vielfalt der Spielsysteme; das schnelle Umschaltspiel; die gute Raumaufteilung und hohe Laufbereitschaft; die Eingespieltheit der Blau-Gelben, die teilweise schon in Regionalligazeiten gemeinsam auf dem Platz standen; die fußballerische Entwicklung, die viele Eintracht-Spieler in den vergangenen Jahren unter Trainer Torsten Lieberknecht gemacht haben. Nein, diese Faktoren spielen in Wirklichkeit kaum eine Rolle. Wer immer noch zweifelt, dass Eintracht in jedem Spiel Glück hat, möge mal einen Blick auf folgende Passagen werfen (unser Dank an Bild, Tagesspiegel, newsclick und nochmal newsclick), die aus Spielberichten von den letzten vier Punktspielen des BTSV stammen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch wie werden Braunschweigs Glücksritter am kommenden Samstag in Cottbus abschneiden? Natürlich so wie immer – sie werden Glück haben! Daher ist es auch gar kein Problem, bereits zwei Tage vor dem Anpfiff einen Bericht von Eintrachts Spiel in Cottbus zu schreiben und an dieser Stelle exklusiv zu veröffentlichen:

Eintracht erneut im Glück

COTTBUS Der Tabellenführer der 2. Bundesliga bleibt weiter ungeschlagen. Energie Cottbus gelang es im Spitzenspiel des 15. Spieltags nicht, Eintracht Braunschweigs Erfolgsserie zu beenden.

Bereits in der Anfangsphase hatte Eintracht Glück, dass der Torwart von Cottbus keine 3,20 Meter groß ist – denn mit solch einer Körperlänge hätte er sicherlich den Ball gehalten, den Ken Reichel aus 25 Metern zur Braunschweiger Führung in den oberen Torwinkel hämmerte (7. Minute). Wenig später hatte Eintracht Glück, dass Domi Kumbela sich in der Winterpause 2010 für einen Wechsel zum BTSV entschieden hatte. Elegant tanzte er zwei Verteidiger aus und netzte zum 0:2 für die Gäste ein (24.). Beim Torjubel entwendete Kumbela einem in vorderster Reihe sitzenden Zuschauer eine Wintermütze vom Braunkohlekombinat Senftenberg und hatte Glück, dass er vom Schiedsrichter nur ermahnt wurde. Cottbus warf nun alles nach vorne, doch Braunschweig hatte Glück, dass in den vergangenen Monaten immer wieder schnelle Spielzüge aus der eigenen Abwehr trainiert wurden. Schon der erste Konter führte zum 0:3 durch Mirko Boland (36.). Kurz vor der Pause hatte Eintracht Glück, dass Energies Defensive angesichts der vielen Gegentore so sehr die Ordnung verlor, dass plötzlich Sanogo im Cottbusser Tor stand und Maskottchen Luzi die Abseitsfalle aufhob. So konnte Dennis Kruppke unbedrängt zum 0:4 einschieben (42.).

Auch nach dem Seitenwechsel sahen die 10.967 Zuschauer ein torreiches Spiel. Nach Kumbelas Treffer zum 0:5 (51.) richtete sich der Zorn der Energie-Fans gegen den Schiedsrichter: Kumbela sah, nachdem er sich beim Torjubel das rosa Kopftuch der in vorderster Reihe sitzenden Spreewälder Gurkenkönigin übergezogen hatte, die gelbe Karte. Doch eigentlich hätte er Gelb/Rot sehen müssen, da dies bereits sein zweites Textilvergehen beim Torjubel war. Entsprechend glücklich fiel deshalb das 0:6 (64.), erneut durch Kumbela, denn Braunschweigs Stürmer hätte zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer Ampelkarte eigentlich gar nicht mehr mitspielen dürfen. In der Schlussphase hatte Eintracht dann Glück, dass der menschliche Marschflugkörper, Ermin Bicakcic, noch immer nicht unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt. Völlig legal war deshalb seine Ausfuhr nach Cottbus, wo er einen Eckball per Kopf zum 0:7 ins Tor wuchtete (79.). In der Nachspielzeit hatte Eintracht Glück, dass seit 1995 drei Spieler ausgewechselt werden dürfen. Erst der dritte eingewechselte Spieler, Gianluca Korte, besorgte den 0:8-Endstand (90+2.).

Beide Trainer waren sich nach dem Spiel einig, dass Eintrachts Sieg um acht Tore zu hoch ausgefallen war, und dass der FC Energie hätte gewinnen können, wenn er selber mal aufs Tor geschossen hätte. Cottbus hat das Pech, am Mittwoch den weiten Weg nach Sandhausen reisen zu müssen. Eintracht hat – ja, was wohl – das Glück, am Mittwoch zu Hause den FC St.Pauli begrüßen zu dürfen.

One Response to “Spitzenreiter – nur durch Glück!”

  • Dieser Artikel ist zum Teil etwas übertrieben: Klar kann man mal Glück haben. Z.B. bei einem Lottogewinn: Der Gewinner freut sich erst wie Bolle, doch danach kommt aber schnell der Katzenjammer. Zu sagen, die Eintracht hat immer Glück, heißt, dass wir 16mal hintereinander im Lotto gewonnen hätten, denn so oft waren wir Tabellenführer. Wie sagte der gute alte Udo Lattek immer: „Das Glück muss man sich erzwingen“. Als Tabellenführer hast du halt diese Glücksträhne. Aber um Erfolg zu haben, brauchst du Talent und Arbeit, Arbeit, Arbeit. 🙂 Das ist Braunschweigs Erfolgsrezept

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