Stimmungsboykott trifft die Falschen

On 17. Dezember 2012 by togo

Bälle - wir brauchen Bälle!Wir haben lange darüber nachgedacht: sollte es heute Abend im Eintrachtstadion einen Stimmungsboykott (siehe Cattiva) angesichts der fatalen DFL-Sicherheitspapiere geben? Sollten wir schweigen und so zeigen, was wir davon halten, wenn Fußballfans per se kriminalisiert werden? Sollten wir also den durchaus erfolgreichen Protest aus der Aktion 12:12 fortführen?

Es gibt definitiv Argumente dafür. Aber diese Argumente sind zu schwach für ein Ja. 12:12 wurde dieses Wochenende in vielen Stadien bereits wieder ad acta gelegt. Wir kommen zurück zur Normalität. Zumindest auf den Rängen. Abseits davon werden wir weiter gegen den DFL-Sicherheitswahn argumentieren und kämpfen müssen. Die ersten Schritte sind getan, die Presselandschaft berichtet bei weitem nicht mehr so einseitig wie noch vor wenigen Wochen. Das ist sicherlich ein Erfolg des Stimmungsboykotts. Aber diese Methode hat jetzt – vorerst – ausgedient. Jetzt müssen wir auf andere Weise zeigen, dass die DFL falsch liegt und die Fankultur mit ihrem Aktionismus zu zerstören droht. Das können wir am besten dadurch, dass wir jetzt das Gegenbeispiel zu 12:12 liefern: bedingungsloses Anfeuern, Hexenkesselstimmung – schreien wir uns die Seele aus dem Leib! Für unseren Verein – und gegen den Frust.

Nicht nur voll sein - auch laut!

Nicht nur voll sein – auch laut!

Was noch dazu kommt: heute Abend spielt die Mannschaft das letzte Mal vor der Winterpause, und das vor eigenem Publikum. Ein Stimmungsboykott träfe die Falschen und wäre eine Strafe für diese Mannschaft, die eine traumhafte Serie gespielt hat und uns alle zum ersten Mal seit langen, langen Jahren der Verbannung wieder von der Bundesliga träumen lässt. Sorgen wir lieber für eine meisterwürdige Stimmung im Eintrachtstadion. Zeigen wir der DFL auf diese Weise, was da vielleicht aus der Zweiten Bundesliga hochkommt und warum ein Stadion mit Stimmung doch so viel geiler ist als die eh schon totenstillen Arenen anderswo. Dass wir schweigen können, haben wir bewiesen. Jetzt zeigen wir, was Braunschweiger Stimmung ist!

So wird es allerdings leider nicht kommen. Die Jungs von Cattiva haben sich für den Stimmungsboykott entschieden. Dafür verurteilen wir sie natürlich nicht, denn sie haben die Argumente anders gewichtet als wir „Normalos“ es tun. Die Braunschweiger Fanszene hat Cattiva viel zu verdanken – hoffen wir, dass Ihr auch dieses Mal richtig liegt.

Randbemerkung: Willkommen heißen wir heute Abend den Niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister, der sein Versprechen wahr macht und zu einem Besuch ins Eintrachtstadion kommt. Endlich mal ein MP, der kein Mitglied bei einem unserer Nachbarn ist, sondern beim TSV Bederkesa 😉 Schade ist es allerdings, dass McAllister jetzt einen vollkommen falschen Eindruck von der Fanszene in Braunschweig bekommt.

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