So wird 2013 – ein Fußballjahr in Braunschweig und in Niedersachsen

On 20. Januar 2013 by gialloblu

2013Januar: Der BTSV schafft Arbeitsplätze – bei Sanitätern, Ärzten und beim Röntgenpersonal. Bänder reißen, Knochen knacken, Schädel brummen. Erst verletzen sich Kruppke und Correia. In den letzten Tagen im Trainingslager an der türkischen Riviera erwischt es auch noch Boland, Theuerkauf, Reichel, Ademi und Davari. Um einer Verletzung aus dem Weg zu gehen, mietet sich Domi Kumbela in Belek einen Wagen und fährt zu einem Militärflughafen nahe der syrischen Grenze. Dort wartet auf Domi ein Antonow Transportflugzeug, das die Luftwaffe der DR Kongo einst als Entwicklungshilfe von der Sowjetunion erhielt. „Habe mich für den Afrikacup nachnominieren  lassen“, simst Domi, als der rostige Flieger auf die Startpiste geschleppt wird. „Training mit Eintracht ist viel gefährlicher als mit dieser Kiste über Wüste und Dschungel nach Südafrika zu fliegen!“

Februar: Miese Stimmung bei der Marke 96: Beim 4:5 gegen Anschi Machatschkala in der Europa League bleibt die Nordkurve leer. Der Fanblock wird aufgrund eines Preisaufschlags boykottiert: 70.000€ Geldstrafe wurden auf die Ticketpreise für jenen Bereich umgelegt, in dem im Pokalspiel gegen Dresden Pyrotechnik brannte. Doch auch beim Auswärtsspiel im Kaukasus, zu dem 350 Hannoveraner anreisten, kann der Verein diesen Betrag aus Fankreisen eintreiben: „Im Ehrengastbereich machte mir soeben ein Milizenführer ein interessantes Angebot“, so der Präsident der Roten. „Da er für den Kampf gegen islamistische Rebellen in den Bergen von Dagestan dringend neues Kanonenfutter benötigt, würde er mir jeden der 350 Gästefans für ein Kopfgeld von 200€ abkaufen – das wären genau 70.000 €!“
In Durban, Südafrika, zieht die DR Kongo mit einem 1:0 gegen die Elfenbeinküste ins Finale des Afrikacups ein. Der Torschütze ist Domi Kumbela, der – wie im letzten Heimspiel vor der Winterpause gegen Union – einen Elfmeter sicher verwandelt. Bei Eintrachts erstem Heimspiel nach der Winterpause – gegen Aalen – verschießt Marc Pfitzner einen Elfmeter. Das Spiel endet 0:0.

März: Seit Wochen herrscht Ausnahmezustand in Kinshasa, der Hauptstadt der DR Kongo. Genauer gesagt seit dem 10. Februar, als Nigeria im Finale mit 3:0 besiegt wurde. Die Spieler des neuen Afrikameisters absolvieren jeden Tag das gleiche Programm: Tagsüber Fahrt im offenen Bus durch die jubelnden Mengen, wobei der dreifache Finaltorschütze Domi Kumbela stolz den Pokal präsentiert. Abends dann ein feierlicher Empfang bei einem der 38 Minister des Landes. „Der 10. Februar war der stolzeste Tag für Kinshasa seit Rumble in the Jungle, als Muhammad Ali den Weltmeister Foreman schlug“, so der Minister für Jugend und Sport. „Lasst erneut in Kinshasa den beliebtesten farbigen Sportler der Welt gegen den amtierenden Weltmeister boxen!“ Schon am nächsten Tag beginnt Domi Kumbela mit dem Training für den Kampf gegen Arthur Abraham in Kinshasa, für Rumble in the Jungle II. „Abraham wird mir in die Faust laufen“, so Domi. „Genauso wie dieser eine Kölner kurz vor der Winterpause!“
Bei Eintrachts 0:0 zu Hause gegen Dynamo Dresden verschießt Deniz Dogan einen Elfmeter.

April: Hertha BSC steht vorzeitig als erster Aufsteiger in die erste Liga fest. Eintracht wartet noch immer auf den ersten Heimtreffer im Jahr 2013. Als es kurz vor Schluss gegen Aue einen Elfmeter gibt, kann vor Aufregung keiner mehr hingucken: weder Eintrachts Fans, noch Trainer Lieberknecht, noch Schütze Dennis Kruppke. Der Ball rollt zehn Meter am Tor vorbei, so dass das Spiel 0:0 endet. Fast schon verzweifelt wartet man in Braunschweig auf die Rückkehr Kumbelas aus Afrika. „Nach dem WM-Titel im Supermittelgewicht will ich mir nur noch schnell den Titel im Schwergewicht holen“, erklärt Domi in Kinshasa, wo er sich auf Rumble in the Jungle III gegen Klitschko vorbereitet. „Jeden Tag ess ich einen Eimer Fufu aus Yamwurzeln und Bushmeat“, so der Herausforderer. „Irgendwie muss ich für den Kampf gegen Klitschko ja auf 90 Kilo kommen.“
Es kullern die Tränen bei 96-Stammkunden wie Eileen aus Uetze, Pascal aus Brüninghorstedt, Mia aus Mellendorf und Jean-Claude aus Coppenbrügge. Vor sieben Jahren, beim Sommermärchen 2006, begannen sie sich für Fußball zu interessieren. „Für uns wird es immer die AWD-Arena bleiben“, schluchzt Eileen. „Niemals werde ich einen anderen Namen für die Heimat meiner Roten akzeptieren.“ Doch nun ist es raus: Die Schüssel am Maschsee wird ab Sommer, Tradition hin oder her, Swiss Life Arena heißen.

Mai: Die gute Nachricht für die Eintracht vor dem letzten Spieltag der zweiten Liga: Domi Kumbela ist endlich wieder da! Die schlechten Nachrichten: Eintracht ist inzwischen auf Platz drei abgerutscht, drei Punkte hinter Kaiserslautern. Lautern reicht im letzten Spiel, zu Hause gegen den bereits feststehenden Absteiger St.Pauli, ein einziger Punkt zum direkten Aufstieg. Trainer Lieberknecht glaubt jedoch weiter an ein Wunder. „Damals, gegen Dortmund II, als Essen zeitgleich zu Hause gegen den Absteiger Lübeck spielte, hatte man Eintracht doch auch schon aufgegeben!“
Die Geschichte des letzten Spieltags ist schnell erzählt: im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt pfeift der Schiedsrichter Elfmeter für Eintracht. Der reaktivierte Valentin Nastase verwandelt zum 1:0, später trifft Kumbela zum 2:0 – wie damals gegen Dortmund II! Lautern verliert kurz vor Schluss mit 0:1 gegen St.Pauli, so dass der BTSV erstmals nach fast 30 Jahren wieder erstklassig ist! Bei der spontanen Aufstiegsfeier singt Nastase Lieder von Peter Maffay und Boland Lieder von Helene Fischer. Kumbela kocht Fufu für alle, während Eintrachts Fans sich gegenseitig mit Domis Weltmeistergürteln (nach WBA, WBO, WBC und IBF) fotografieren. Marc Arnold verspricht dem FC St.Pauli ein Benefizspiel.
Der Spritzenwagen der Freiwilligen Feuerwehr in Osnabrück hat einen Einsatz, als Dynamos Fans nach dem 0:5 die halbe osnatel-Arena abbrennen. Für die Saison 2013/14 wird der DFB den Wiederholungstäter Dynamo Dresden aus allen Relegationsspielen ausschließen.

Juni: Slomka und Schmadtke fliegen zum Confed-Cup nach Brasilien, um bei Gruppenspielen des Europameisters Spanien und des Südamerikameisters Uruguay Spieler zu beobachten. „Die nationale Marke 96 soll endlich als internationalen Marke 96 etabliert werden“, so Hannovers Präsident, nachdem erneut die Qualifikation zur Europa League gelang. „Wir werden internationale Stars verpflichten!“
In einer aufregenden Metropole wie Wolfsburg gibt es viele Dinge, die man in der Sommerpause tun kann: Man kann in die Eisdiele gehen, man kann zu Hause die Fenster putzen, oder man kann auf der heimischen Terrasse sitzend einfach mal in Ruhe den eigenen Arbeitsvertrag mit der Volkswagen AG durchlesen. Sowohl Trainer Hecking als auch Manager Allofs entscheiden sich für die dritte Möglichkeit. Und beide stellen fest, dass ihre Verträge versehentlich eine Klausel enthalten, die aus Felix Magaths Vertrag stammt: „Der Unterzeichnende trifft eigenständig sämtliche Entscheidungen im sportlichen Bereich, egal wieviel es kostet.“ Sowohl Hecking als auch Allofs freuen sich über die zusätzliche Macht, die sie nun haben. Beide schnappen sich einen Einkaufszettel, notieren spontan einige Namen und greifen zum Telefon.
In Braunschweig wird inzwischen seit einem Monat der Aufstieg gefeiert. Beim Aufsteiger in die zweite Liga, in Osnabrück, soll der Wiederaufbau der halb abgebrannten Arena beginnen. Als die ersten beiden Rechnungen eingehen, für das Aufstellen eines Baustellenschildes und einer Miettoilette, muss der VfL leider Insolvenz anmelden. „Hätte ich gewusst wie schlimm hier die Lage ist, hätte ich meinen Vertrag in Cottbus erfüllt“, meint Trainer Wollitz.

Juli: Erwartungsvolle Spannung herrscht bei der offiziellen Saisoneröffnung in der Swiss Life Arena. Welche Weltstars vom Confed-Cup wird 96 heute offiziell präsentieren? Eileen aus Uetze rechnet mit Balotelli. Pascal aus Brüninghorstedt erwartet Neymar, Mia aus Mellendorf den Uru Suarez und Jean-Claude aus Coppenbrügge hofft auf den Spanier Villa. Auf der NDR-Bühne erzählen Slomka und Schmadtke von den Fußballfesten, die sie live erleben durften: Von Spaniens 12:0 gegen Ozeanienmeister Tahiti, mit fünf Toren von Villa. Von Uruguays 6:0 gegen Tahiti, mit fünf Toren von Suarez. „Bitte begrüßt unsere Neuverpflichtungen:“ Der Vorhang auf der Bühne reißt auf. Dort stehen die vier Brüder und Cousins Tehau – Jonathan, Lorenzo, Alvin und Teaonui. Die Vier spielten beim Confed-Cup für Tahiti.
Am Mittellandkanal verpflichtet Hecking für 50 Millionen Ablöse ein Dutzend Spieler aus Nürnberg, Argentinien und Tschechien. „Der Allofs wird blöd gucken, wenn er davon in der Zeitung liest“, denkt sich Hecking. Zeitgleich kauft Allofs für 50 Millionen ein Dutzend Spieler aus Bremen, Schweden und Österreich. Außerdem verpflichtet er Thomas Schaaf als neuen Wolfsburger Trainer. „Da wird der Hecking aber blöd gucken, wenn er das erfährt“, denkt er sich.
In Braunschweig beginnen die Aufräumarbeiten nach der Aufstiegsfeier. Die Stadt Osnabrück stellt dem VfL eine unbegrenzte Bürgschaft aus, damit der Verein die Lizenz für die zweiten Liga behält.

August: Die neue Saison beginnt. Eintracht tritt gleich am ersten Spieltag in Wolfsburg an. Lieberknecht vertraut auf folgende Elf: Davari – Correia, Dogan, Bicakcic, Reichel – Bellarabi, Theuerkauf, Kratz, Kruppke, Boland – Kumbela. Die Wolfsburger Trainer Hecking und Schaaf schicken folgende Spieler auf den Platz: Benaglio, Schäfer – Gebre Selassie, Pinola, Kjaer, Granqvist, Prödl, Fritz – Diego, Ekici, Hunt, Elia, Träsch, Balitsch, Feulner, de Bruyne, Perisic – Olic, Arnautovic, Pekhart, Ibrahimovic, Tevez. Der Schiedsrichter gibt den Wolfsburgern zehn Minuten Zeit, sich auf maximal elf Spieler festzulegen. Doch beide Wolfsburger Trainer beharren auf jene elf Spieler, die sie selber aufgestellt haben. Also schickt der Schiedsrichter alle 33 Spieler zurück in die Kabinen, ohne dass er das Spiel anpfeift. Eintracht ist der erste Tabellenführer der Bundesligasaison 2013/14, da das Spiel wird mit 0:3 gewertet wird.
Im zweiten Saisonspiel, zu Hause beim 0:0 gegen Mainz, verschießt Domi Kumbela einen Elfmeter. „Wer könnte für uns bloß am nächsten Samstag auf Schalke Tore schießen?“ fragt sich Eintrachts Trainer. „Der Trick, einen ehemaligen Torschützen zu reaktivieren, funktionierte am letzten Spieltag der alten Saison doch ganz gut…“ Und tatsächlich: Wie schon im August 1989 gewinnt Eintracht mit 5:1 bei den Blauen. Erneut dreifacher Torschütze ist Bernd Buchheister, der Minuten nach dem Abpfiff sein endgültiges Karriereende erklärt und dann für 95 Stunden um die Häuser zieht. Die Kneipentour endet am frühen Mittwoch Abend an der Trinkhalle Malecki, wo er zwei Bacardi-Cola bestellt: einen für sich selber und einen für den am Sonntag gefeuerten Schalker Trainer Mike Büskens.

September: Die internationale Marke 96 spielt in der Europa League erneut im Kaukasus – beim russischen Vertreter Terek Grosny. Als in der Schaschlik-Bude hinterm Gästeblock ein Feuer ausbricht, zieht Rauch durchs Stadion. „Verdammte Pyrotechnik!“ flucht der Vereinspräsident in der Ehrenloge. „Diese A…löcher kosten meinem Verein mal wieder ein Vermögen! Hat hier irgendjemand Lust, mir unsere Fan-Taliban für 70.000€ abzukaufen?“ Ein Geschäftsmann mit Vollbart und weißem Turban drückt ihm das Geld cash in die Hand. Angeblich braucht er Söldner im Kampf gegen die ungläubigen Besatzer in der Nachbarprovinz Dagestan. Mit einem Bruchteil dieses Geldbetrags unterstützt 96 nach dem Rückflug die Floristenbranche in Hannover: Der Verein kauft zum Abschied einen Blumenstrauß für Mirko Slomka, der als Trainer zurück zu Schalke geht. Und einen Blumenstrauß für Ralf Rangnick, der zu 96 zurückkommt.
Auch in Wolfsburg redet man übers Geld: Bei der hoch defizitären Fußball GmbH der Volkswagen AG sind erstmals Unternehmensberater eingerückt. „57 Profis im Kader. Fixe Personalkosten von über 10 Millionen im Monat. Sportlich auf Platz 17 in der Bundesliga-Tabelle“, fasst Consultant Marius McMesser die düstere Lage zusammen. „Da Kosteneinsparungen frühestens in der Winterpause möglich sind, muss die GmbH kurzfristig ihre Einnahmen erhöhen!“
Am düstersten ist die Lage jedoch in Osnabrück: Als langfristige Verbindlichkeiten des VfL fällig werden, wird die unbegrenzte Bürgschaft der Stadt in Anspruch genommen. Plötzlich sind Stadt und Landkreis zahlungsunfähig. Ämter schließen, kommunale Angestellte werden entlassen, der Müll bleibt liegen. Stromanbieter bestehen bei Kunden aus dem Landkreis neuerdings auf Vorkasse. Vielen Mast- und Zuchtbetrieben wird der Strom abgeschaltet. „Hier ist es ja schlimmer als in Cottbus“, findet Trainer Wollitz.
Und wo scheint die Sonne? Genau, in Braunschweig!

Oktober: Gäbe es in Braunschweig noch einen Herzog, wäre er heute im Eintracht-Stadion, denn die ausgebaute Haupttribüne wird feierlich eröffnet – gegen Hannover 96, fast auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Derbysieg im Pokal. Richtige Derbystimmung kommt allerdings nicht auf, denn viele der alten Hannoveraner Haudegen, Allesfahrer und Ultras sind nach diversen Auswärtsspielen in der Europa League wie vom Erdboden verschluckt. Stattdessen füllen moderne Konsumenten wie Eileen aus Uetze und Pascal aus Brüninghorstedt den Gästeblock. Durch einen Konter geht der BTSV Anfang der zweiten Halbzeit mit 1:0 in Führung. Kurz vor Schluss gibt es einen Elfmeter, den der reaktivierte Jürgen Rische sicher verwandelt. Den mitgereisten Fußball-Kunden ist es egal: „Ist doch nur ein Spiel. Vielleicht gewinnen wir ja am kommenden Sonntag gegen Freiburg.“ Wenigstens für Trainer Rangnick war es etwas mehr als nur ein Spiel: In der Pressekonferenz erklärt er, dass er nun dringend mal eine Auszeit vom Fußball braucht.
Ebenfalls eine Auszeit, und zwar vom Boxsport, nimmt Domi Kumbela nach Rumble in the Jungle IV – als neuer Weltmeister im Halbweltergewicht. „Endlich habe ich wieder mein Idealgewicht“, sagt Domi vor dem Heimspiel gegen Hertha. „64 Kilo. So wenig wog ich zuletzt bei Eintrachts 4:3 gegen den 1.FC Union!“ Gegen Union gelangen ihm im Dezember 2012 drei Tore, und auch beim 4:3 gegen Hertha gelingen ihm drei Tore. Den vierten Treffer erzielt Herthas Rückkehrer Alexander Madlung.

November: Kumbela ist wieder in der gleichen bestechenden Form wie im Herbst 2012: Drei Tore beim 3:7 in Leverkusen. Drei Tore beim 3:8 bei den Bayern. Trotz der deutlichen Niederlagen steht Eintracht sicher im Mittelfeld der Tabelle und ist sportlich die Nummer eins in Niedersachsen!
In der Nordkurve des ehemaligen Niedersachsenstadion verschwinden die Stehplätze. „Die im Februar begonnenen Preiserhöhungen haben 96 gut getan“, verkündet der Vereinspräsident. „Die alten Krawallmacher sind endlich weg. Neue Kunden finden im Sitzplatzbereich nun genug Platz, wo sie das Produkt Bundesliga als Premium-Event in einem sicheren Umfeld genießen können.“ Für Stimmung in der Arena sorgen die Swiss Life Klatschpappen und die Swiss Life Alphörner, zu erwerben für 29,96€ im offiziellen Fanshop. „Die Dinger sind so laut, dass man anschließend ein Hörgerät braucht“, so der Präsident. Neuer Trainer wird übrigens Bernd Schuster. Oder Sven-Göran Eriksson. Oder keiner von beiden.
Überraschend dramatisch hat sich die Situation in Stadt und Landkreis Osnabrück entwickelt: Die Kommune ist aufgrund der VfL-Bürgschaften völlig pleite. Es gibt erste Hungeraufstände. Menschen geißeln sich öffentlich vor dem Dom. Wanderprediger verkünden das Ende der Welt. Hexen brennen, Nutztiere verenden. Wie in Orwells Farm der Tiere machen Kühe und Schweine plötzlich Revolution. Auch Wollitz und seine lila-weißen Knechte werden vom Hof gejagt. Ab sofort dürfen nur noch Vierbeiner und Zweibeiner mit Flügeln die Stadt betreten! Die unbezahlten Freiwilligen, die im Trikot des VfL Osnabrück regelmäßig Niederlagen kassieren, tragen ab sofort ihre Heimspiele auf dem Sportplatz von Arminia Ibbenbüren aus. Prompt beginnen beim VfL Planungen, in Ibbenbüren aus Eigenmitteln eine moderne Haupttribüne zu bauen.

Dezember: Der Vorstand der Fußball GmbH der Volkswagen AG hat die Pläne des Consultants abgesegnet: Da man frühestens im Januar einige der 57 Profis von der Gehaltsliste streichen kann, werden sofort die Einnahmen erhöht. Wer von Spielen aus der VW-Arena berichten will, muss nun teure VIP-Boxen und Flächen für Bandenwerbung in der Arena mieten. „Mit anderen Worten: ARD, ZDF, Sky, Bild, kicker, FuWo, WAZ, sid, dpa undsoweiter werden wie ganz normale Lieferanten des Konzerns behandelt“, sagt Marius McMesser. Leider erweist sich diese Maßnahme als ein Schuss in den Ofen: ARD, ZDF, Sky, Bild, kicker, FuWo, WAZ, sid, dpa undsoweiter weigern sich zu zahlen, erhalten keinen Zugang zur VW-Arena, und stellen jede Berichterstattung über die Fußball GmbH komplett ein. Der Name Wolfsburg taucht in keiner Tabelle, in keiner Sportsendung, in keinem Sportteil mehr auf. Für die Öffentlichkeit besteht die Bundesliga nur noch aus 17 Vereinen. Schon Tage später haben viele vergessen, dass es den VfL Wolfsburg jemals gegeben hat.
Bei leichtem Schneefall beenden Eintrachts Profis und Offizielle das Fußballjahr 2013 auf Brunschweigs romantischen Weihnachtsmarkt. Alle sind froh, dass es 2014 keinen Afrikacup geben wird, so dass Domi in der kompletten Rückrunde zur Verfügung stehen wird. „Gegen wen spielen wir denn nochmal im ersten Spiel nach der Winterpause?“ fragt jemand. „Ich wusste das mal“, antwortet Marc Pfitzner. „Aber inzwischen habe ich den Namen des Gegners total vergessen. Hießen die vielleicht… Hundeberg?“

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