Re: Gebühren Ticket-Versand / Print@home

On 8. Februar 2013 by gialloblu

 

Lieber Eintracht-Fan,

serviceanbieterseit Beginn des Vorverkaufs für das heutige Spiel des BTSV gegen den VfR Aalen erreichten uns einige Mails, in denen die von uns erhobenen Gebühren kritisiert werden. Dabei geht es sowohl um die erhöhte Gebühr für den Postversand (4,00€ statt 3,00€), als auch um die neu eingeführte Gebühr von 1,50€ für die Nutzung des Dienstes print@home, durch den Sie Eintrittskarten am eigenen PC ausdrucken können.

Für die Erhöhung der Gebühr für den Postversand gibt es einen einfachen Grund. Möglicherweise glauben Sie, dass unsere Versandabteilung in einem Jugendstil-Loft mit Parkettfußboden, Gastro-Espressomaschine, Retro-Jukebox, eigenem Saunabereich und Dachterrasse arbeitet. Die traurige Realität sieht jedoch völlig anders aus: Wir sitzen hier in einem ungeheizten Bretterverschlag und versenden in diesen Minuten Karten für Eintrachts Spiel gegen 1860 München. Drei Briefmarken wurden vorhin feucht und unbrauchbar, als Schneeflocken durch das Loch im Dach auf meinen Schreibtisch rieselten. Eine weitere Briefmarke flog aufgrund des Durchzugs durch die zerbrochene Fensterscheibe nach draußen, als ein Kollege dem Gerichtsvollzieher die Tür öffnete. Die fünfte Briefmarke verschluckte ich vor Hunger beim Lecken, weil wir hier seit Montag nichts zu essen kriegen. Mit der sechsten Briefmarke klebte ich ein Loch auf meinem Handschuh zu, um meine Frostbeule am Daumen vor der Kälte zu schützen. Erst mit der siebten Briefmarke wurde tatsächlich ein Brief, der Tickets für das Spiel gegen 1860 enthält, frankiert. Dieser typische Vorgang demonstriert, dass durchschnittlich sieben Briefmarken á 58 Cent benötigt werden, um einen Brief an einen Kunden zu schicken. Wie Sie sich also leicht ausrechnen können, deckt die Versandpauschale von 4,00€ noch nicht mal unsere Kosten.

Nur auf den ersten Blick scheint die Gebühr von 1,50€ für print@home unangemessen hoch zu sein. Unser Unternehmen stellt einen Service zur Verfügung, der für Sie als typischen Eintracht-Fan einen hohen Zugewinn an Lebensqualität darstellt: Durch das Online-Buchungsverfahren können Sie mittags, noch im Schlafanzug, eine Dose Frühstücksbier in der Hand, ohne das Haus zu verlassen Ihr Ticket buchen. Sie brauchen all die mühsamen Dinge nicht auf sich zu nehmen, die mit dem Verlassen des Hauses und dem Aufsuchen einer Vorverkaufsstelle verbunden sind: Haare kämmen, Bademantel anziehen, den Schlüssel suchen, den Hund anleinen, über Ihre im Treppenhaus vergessenen Müllsäcke steigen, raus an die frische Luft gehen. Dass wir Ihnen diese lästigen Tätigkeiten ersparen, stellt für Sie einen persönlichen Nutzen dar, der viel mehr als 1,50€ wert ist!

Lassen Sie mich zum Abschluss eine liebenswerte Anekdote erzählen: Einmal im Jahr besuche ich meine Oma im Altersheim. Sie sagt dann immer: „Mein Enkel, lass uns doch mal fein in die Konditorei gehen, ein schönes Stück Torte essen!“ Weil mir das zu teuer ist, antworte ich immer: „Liebe Oma, wir beide waren doch gestern schon in der Konditorei. Aber im Fernsehraum steht eine Thermoskanne Kaffee und ein Teller mit Sandkuchen!“ Daraufhin sagt sie dann etwas unsicher: „Stimmt, mein Enkel. Wir waren ja gestern schon in der Konditorei. Ich bin aber auch vergesslich geworden!“ Der gleiche Trick funktioniert bei Eintracht-Fans, die so alt sind, dass sie den BTSV in der Bundesliga erlebt haben: „Liebes Serviceunternehmen,“ mailte ein blau-gelber Senior, „warum muss ich jetzt plötzlich 1,50€ zahlen, wenn ich mein Ticket zu Hause ausdrucke?“ Da unser Unternehmen das Geld braucht, um für einen Jugendstil-Loft  mit Parkettfußboden, Gastro-Espressomaschine, Retro-Jukebox, eigenem Saunabereich und Dachterrasse zu sparen, schrieb ich zurück: „Lieber Opa, loggen Sie sich bitte im Ticket-Shop ein und schauen Sie im Servicebereich in Ihre Buchungsübersicht. Sie werden überrascht sein, dass jetzt neben jeder Buchung, selbst aus Drittligazeiten, ‚ticket.direkt 1,50 Euro print@home‘ steht. Sie haben 1,50€ also schon seit Jahren bezahlt. Sie haben es nur vergessen!“ Einen Tag später schrieb der Fan zurück: „Stimmt, lieber Serviceanbieter. Hinter jeder Buchung, egal aus welcher Saison, steht 1,50 Euro print@home. Also habe ich schon immer 1,50 Euro Gebühr bezahlt. Ich bin aber auch vergesslich geworden!“

Selbstverständlich dürfen Sie meine Mail für 1,50€ zu Hause ausdrucken. Für 4,00€ schicke ich sie Ihnen auch gerne auf dem Postweg zu!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Serviceanbieter

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