Menschen, Tiere, Sensationen – Zirkus Foda kommt nach Braunschweig!

On 10. März 2013 by gialloblu

Was freu ich mich immer, wenn ein Zirkus in die Stadt kommt! Plakate werden geklebt, Tage werden runtergezählt, fremdartige Kreaturen kommen in großen Fahrzeugen angerollt. Von der Neugier getrieben löst man ein Ticket, setzt sich ins Rund und staunt: zum Beispiel über wilde Tiere, die sicherheitshalber hinter einem Zaun verwahrt werden. Über Hochseilkünstler, denen der Absturz droht. Und man lacht über die Clowns, die so lustig über ihre großen Füße stolpern. Ein Besuch im Zirkus ist im Prinzip also nichts anderes als ein Besuch im Eintracht-Stadion, wo sich alle zwei Wochen eine andere reisende Truppe vorstellt.

Morgen betritt – falls kein Schneesturm eine Absage erzwingt – der Hochseilkünstler der Finanzbuchhaltung, der 1.FC Kaiserslautern, die Manege an der Hamburger Straße. Zum Ensemble gehört ein Alleinunterhalter, der schon bei seinem ersten Auftritt in Braunschweig das Publikum vor Glück schreien ließ: Mo Idrissou, der bei Eintrachts Derbysieg im Jahr 2003 erstmals über Eintrachts heiligen Rasen trabte. Wie oft wird er uns morgen wieder jenen lustigen Trick zeigen, bei dem er so lange rennt, bis der Linienrichter die Fahne hebt? Sollte die Eintracht das Spiel gewinnen, kann Mo übrigens die Playstation anwerfen, mit der er – so erzählte man sich einst in Freiburg – verpasste sportliche Erfolge nachholt: Ein Sieg in Braunschweig, eine Teilnahme an der Champions League – beim Zocken an der PS3 ist wirklich alles möglich!

Auch der (Noch-)Zirkusdirektor vom Betzenberg, Franco Foda, beweist schon seit Jahren komisches Talent. Sein erster öffentlicher Auftritt überhaupt, im Jahr 1984, endete ausgerechnet in Braunschweig unter großem Gejohle, als der 1.FCK sich voll zum Clown machte und vier Tritte (zweimal Worm, zweimal Lux) in den Hintern kassierte. Dann war da ja auch noch die Geschichte, als Freibumsen beim Länderspiel in Brasilien eingewechselt wurde, und mit seinem Namen für Lachtränen beim Publikum sorgte. Ein weiterer Comedy-Klassiker war 1990 sein Abschied aus Lautern: Wer zum Zirkus Bayer nach Leverkusen wechselt, „um einmal Meister zu werden„, hat vor Spott nun echt keine Angst. Besonders blöd natürlich, wenn nur eine Saison später der Meistertitel nach… ähh… Kaiserslautern geht. Man hat dem gebürtigen Mainzer, so hörte ich, jedoch inzwischen verziehen.

Genau aus diesen Gründen freuen wir Braunschweiger uns wahnsinnig auf den Wanderzirkus aus der Pfalz, der sich morgen präsentieren wird. Schickt die Clowns in die Manege! Oder, wie die englische Zeitschrift Economist letzte Woche nach der Wahl in Italien titelte: „Send in the clowns“. Ein schönes Motto, das man eigentlich jedem Gegner entgegenrufen kann, der sich zu unserer Erheiterung ins Eintracht-Stadion traut, um sich ein paar Tritte in den Hintern abzuholen.

Mal angenommen, Leopedia wäre für die Gestaltung der Stadionzeitschrift „Eintracht aktuell“ verantwortlich. Auch dort könnte man auf jedem Cover dem Gegner ein „Send in the clowns“ ins Gesicht pfeffern: Nichts gegen ein Foto mit Onkel Jürgen, aber nach Anblick der Titelseite sollte der Gegner gleich mal wissen, was ihn an der Hamburger Straße erwartet. Der Titel bleibt, das Logo bleibt, aber ansonsten gilt: Wie beim Economist kann man die restliche Fläche nutzen, um den Feind ordentlich zu dissen:
eintracht_aktuell_economistAls konkreten Vorschlag folgt hier ein Entwurf, wie die aktuelle Ausgabe von „Eintracht aktuell“ nach Leopedias Geschmack aussehen könnte. Das Schöne ist: Sowas kann man immer wieder, zu jedem Heimspiel, rausbringen. Auch in der kommenden Saison. Denn mindestens zwei Clowns findet man bei jedem Gegner. Lacht sie aus! Und vor allem: Haut sie am Tag der Entscheidung, in unserer Manege, im Eintracht-Stadion, weg!eintracht_kaiserslauternP.S.: Kleiner Hinweis an alle Gegner: Unsere Spieler verletzten sich bevorzugt gegenseitig im Mannschaftstraining. Allein in dieser Woche erwischte es Bicakcic am Schienenbein, Reichel an der Schulter, Kruppke nach Pressschlag an der Schleimfalte im Knie. Ihr seht: Auch wir stolpern gerne, wie jeder andere Clown, über die eigenen Füße, Beine, Schultern und Knie!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*