Kein Herz für Kinder

On 13. März 2013 by togo

Auf Asche kann man auch spielen.…oder: wieso ein Juniorentrainer den Botschaftern des Kinderfußballs einen Turniersieg nicht gönnen will… die Leopedia, Euer Online-Fachmagazin für Kinder- und Jugendfußball, hat mal wieder über den Rand des ostfälischen Tellers geblickt und in der ostfriesischen Krummhörn eine verrückte, empörende Geschichte entdeckt.

Es ist gerade erst drei Wochen her, da gewannen die E-Mädchen der MSG Krummhörn (das sind die Orte Pewsum, Loquard und Upleward) die Hallenmeisterschaft des Fußballkreises Aurich/Emden/Wittmund. Alle fünf Endrundenspiele konnten gewonnen werden. Eindeutig: hier gab es einen verdienten Sieger.

Das sah der Zweitplatzierte, der Dauerrivale SV Hage, allerdings anders. Und fand Tage später eine vermeintliche Chance, den ihm ständig auf der Nase herumtanzenden Pewsumer Mädchen eins auszuwischen: weil auf einem privaten Siegerfoto ein Mädchen zu sehen ist, das nicht für die Mannschaft spielberechtigt war, legte der Trainer des SV Hage Protest gegen die Wertung des Turniers ein. Und wirklich: das Mädchen, um das es geht, ist ein Jahr zu alt für diese Mannschaft. Noch in der vergangenen Saison spielte Pia – so heißt das Mädchen – mit ihren Freundinnen zusammen in der E-Jugend, seit diesem Sommer aber gehört sie dem jüngeren D-Jahrgang an.  Der Trainer des SV Hage hatte also recht; Pia durfte nicht für die Krummhörner Mädels spielen. Tat sie auch nicht. Sie hatte die Spiele auf der Tribüne verfolgt und mit einer Trommel für lautstarke Unterstützung gesorgt. Auf das Bild kam Pia, weil ihre alten Mannschaftskameraden sie dabei haben wollten. Doof für Hage: auf dem fraglichen Mannschaftsbild ist gut zu sehen, dass Pia zwar ihr altes Trikot, aber eben auch Straßenschuhe und eine lange Hose trägt (das betreffende Foto kann auf der Webseite der Mannschaft betrachtet werden).

Ostfriesland - unendliche Weiten. Und nicht nur die Weite ist unendlich...

Ostfriesland – unendliche Weiten. Und nicht nur die Weite ist unendlich…

Der Staffelleiter hat den Protest mittlerweile angenommen und sämtliche Bilder vom Endturnier angefordert – um zu schauen, ob er Pia in Aktion auf dem Hallenboden sieht. Die Krummhörner Mädchen blicken der Entwicklung gelassen entgegen.

Was die Geschichte aber richtig ärgerlich macht: die Jungs und Mädchen der Krummhörner Spielgemeinschaften wurden erst vor kurzem vom Fußballtrainer-Portal Soccerdrills.de zu „Botschaftern des Kinderfußballs“ gekürt. Mitten in die Freude der Kinder über diese schöne Bezeichnung platzte jetzt der Vorwurf des Betrugs. Die Leopedia, Euer Online-Fachmagazin für Stil und gutes Benehmen, hat für dieses Verhalten nur eine Bezeichnung übrig: schäbig!

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