Aufstiegsmarsch

On 9. Mai 2013 by gialloblu

aufstiegsmarschZu jedem Saisonfinale, wenn Eintracht in der Tabelle vorneweg marschiert, schnüren blau-gelbe Fans die Wanderschuhe und marschieren ebenfalls. Braunschweigs damaliger Geher-Meister Viktor Siuda war der Urvater dieser Wanderbewegung: 1967 ging er zu Fuß zu Eintrachts letztem Auswärtsspiel, zu Rot-Weiss Essen. Ist schon Jahrzehnte her, und die Sportart Gehen ist inzwischen so un-hip wie der Verein RWE. Mit anderen Worten: Viktor Siuda ist der Walkman in Eintrachts Vereinsgeschichte. Doch auch in der jüngeren Vergangenheit tauchen beim letzten Away Kick immer wieder Fußgänger im Gästeblock auf: die „Friends for Life“ schickten – für einen guten Zweck – bereits 2011 durchtrainierte Wandervögel zum Spiel bei Carl Zeiss Jena. Auch am Sonntag, auf St. Pauli, wird mit der Ankunft einer fitten Fußgängergruppe aus Braunschweig zu rechnen sein.

Neben den genannten Extremsportlern machen sich in diesem Jahr auch jede Menge Breitensportler auf den Fußweg: Zum finalen Heimspiel gegen FSV Frankfurt scheint sich die Eintracht-Community in ein Volk der Wanderameisen zu verwandeln: Im offiziellen Eintracht-Forum melden sich User für einen Sternmarsch aus allen vier Himmelsrichtungen. Auch Jörg und Günter wollen beweisen, dass sie nicht bloß Laufkundschaft sind: In zwei Tagen wollen sie die 95 Kilometer von Munster bis Braunschweig bewältigen. Nebenbei sammeln sie Geld für eine feine Sache: Kauft Kilometer, denn das Geld geht als Spende an Eintrachts FanHaus!

Ohne Sammelbüchse, doch mit einem großen Ziel treten zwei Mitglieder der Berliner Löwen an. Beim ersten Eintracht-Fanclub in Berlin ist man lange Strecken ja gewöhnt: Ziele früherer Clubreisen – z.B. Saarbrücken oder Sandhausen – sind aus der Hauptstadt genausoweit entfernt wie der erste Grenzposten von Weißrussland. Was Holger und Wilfried jedoch ab Montag vorhaben, ist die absolute Hardcore-Variante von „Ich geh mir mal kurz die Füße vertreten“: In sechs Etappen werden sie zum letzten Heimspiel 208 Kilometer von Berlin nach Braunschweig gehen!

Unterstützt werden die Helden der Laufarbeit vom Fanclub-Präsident Uwe, der im Begleitfahrzeug das Nötigste dabei haben wird: warme Decken für die kühlen Tage, kühle Wolters für die warmen Tage, vielleicht ein Pflaster oder eine kleine Spritze Morphium falls der Schuh mal drückt. Ausgehungert wie die Wanderheuschrecken plant man nach sechs Tagen Fußmarsch am Samstag Abend im Elvan einzufallen. Anstelle der dort üblichen Kinderteller und Diätgerichte sollte man dort schon mal über Portionen für hungrige Erwachsene nachdenken: Nach hunderten von Kilometern würden Wilfried und Holger selbst von einem Uwe-Reinders-Trog (ganzes Rind gefüllt mit ganzem Schwein gefüllt mit ganzem Schaf gefüllt mit ganzem Huhn, plus Pommes und Salatblatt) nur die Papierserviette übrig lassen.

Leopedia wünscht allen Wanderern in der kommenden Woche viel Erfolg. Bis zum Heimspiel gegen den FSV denken wir mal darüber nach, wie „The Wanderers“ wohl auf ihren Namen gekommen sind. Und ob der Zillertaler Hochzeitsmarsch, der so oft aus tausend Kehlen im Eintracht-Stadion ertönt, in Wirklichkeit der Zillertaler Aufstiegsmarsch ist. Wer aber in der kommenden Woche Wilfried, Holger und Uwe motivieren möchte, blicke auf die folgenden Karten: Wo genau kann ich die Berliner Löwen an welchem Tag antreffen? Hinfahren Hinlaufen, zur Unterstützung „You’ll never walk alone!“ singen, und ein Teil dieser Geschichte werden!

aufstiegsmarsch1

aufstiegsmarsch2

2 Responses to “Aufstiegsmarsch”

  • Wie jetzt? Die Papierserviette darf ich nicht essen? Das ist doch immer mit das Beste! Nach solchen Aktionen wie letztens beim Schnitzel-Jochen „2 mal die XXL-Schnitzel-Platte und ’nen Jägi, … erstmal…, bitte“, oder vor zwei Wochen beim Angrillen bei Freunden „Ach, der Trog Mousse au chocolat war jetzt gar nicht für mich alleine. Die anderen 11 Gäste wollten auch noch was? Uups, sorry…“ habe ich meinen Spitznamen „Freßraupe“ weg.

    Aber als guter und sich zu benehmen wissender Eintrachtfan freue ich mich im Elvan (auf den einen oder anderen) Popivoda-Teller und werde die Serviettten ausnahmsweise mal ihrem eigentlichen Zweck zuführen.

    BGG Holger

  • Wie jetzt? Die Papierserviette ist doch immer das Beste und ausgerechnet die übriglassen? Nö! Bin ich doch nach solchen Aktionen wie „2 mal XXL-Schnitzel, bitte!“ beim Schnitzel-Jochen, oder den Trog Mousse au Chocolate letztens bei Freunden „Wie? Der Pott war jetzt gar nicht für mich alleine und die anderen 11 Gäste wollten auch noch etwas? Uups, sorry!…“ eher bekannt als Freßraupe. Aber als guter und sich zu benehmen wissender (Ok, manchmal vergesse ich die Etikette, s.o.) Eintracht-Fan werde ich die Servietten im Elvan schweren Herzens in Ruhe lassen.
    BGG Holger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*