Länderspielpause

On 20. November 2013 by gialloblu

Am achten Tag schuf der Fußballgott die Länderspielpause. Sie dient dem Zweck, dass Eintracht-Fans am Wochenende direkt nach Nachbarschaftsduellen – die das Nervenkostüm halt ein wenig mehr belasten als Alltagskicks gegen Augsburg, Aalen oder Ahlen – wieder runterkommen können: Bereits Anfang Oktober, eine Woche nach Eintrachts Sieg beim VW-Werk, gab es zu unserer Entspannung eine Länderspielpause. Aktuell, eine Woche nach Eintrachts Auswärtsderbypunktsieg in der Schüssel an der Leine, durften wir erneut auf dem Sofa vor der Glotze die Füße hochlegen, denn schon wieder war Länderspielpause.

Die punktspielfreie Zeit nutzt jeder auf seine eigene Art. Da die Maximaldauer von Stadionverboten demnächst auf fünf Jahre erhöht werden soll, bat der Chef einer Polizeigewerkschaft nach unbestätigten Gerüchten um Audienz beim Dalai Lama: „Eure Heiligkeit. In Wahrheit planen wir bereits das mehrfach lebenslange Stadionverbot. Können wir irgendwie verhindern, dass ein Stadionverbotler nach seinem Ableben, nach seiner Seelenwanderung, in einem neuen Körper ein Stadion betritt? Wäre es stattdessen vielleicht möglich, dass ein SVer grundsätzlich als Tier wiedergeboren wird, das in keinem Land der Welt ein Stadion betreten darf? Zum Beispiel als Hamster, als Krokodil, oder als Tigerente?“

Auch beim BTSV soll nach unbestätigten Gerüchten ein ehemaliger FIFA-Schiedsrichter zu Besuch gewesen sein. Denn es herrschte Nachholbedarf in Sachen Regelkunde: „Wir haben seit fast einem Monat, seit Ende Oktober in Mainz, in der Bundesliga kein Gegentor mehr kassiert. Bitte erklären Sie uns nochmal, was man beim Fußball nach einem Gegentor macht: Einige glauben sich zu erinnern, dass das Spiel dann mit einem Einwurf aus dem Tor weiter geht. Andere sagen, es erfolgt ein Schiedsrichterball an der Eckfahne. Oder gibt es doch den Abschlag an der Stelle, von wo der Ball ins Tor getreten wurde? Bitte helfen Sie uns!“

Natürlich wollen wir nicht die Fans vergessen, die gestern, während Deutschlands Länderspiel gegen England in Wembley, ihre Zeit sinnvoll nutzen wollten. Viele folgten bolzens Aufruf, hier am eigenen PC einen Text für eine Info-Tafel in der Londoner U-Bahn zu entwerfen. Leider beginnt man an der Urteilskraft des Internets zu zweifeln, wenn „Don’t look back in #engger“ der Oasis Ultras bloß schäbige vier Likes zieht.

Deshalb wären wir schon gebauchpinselt und extrem geschmeichelt, wenn folgende Bilderserie sogar fünf mal geliked wird: Mit welchen Weisheiten würde ein Eintracht-Fan, den man eine Woche lang von Dienstag (gestern) bis Montag (kommende Woche) mit Schaffnermütze und Edding in Londons Underground aussetzt, eine Stelltafel mit Weisheiten füllen? Hier, für jeden Tag, eine Vermutung:

underground_tueunderground_wedunderground_thuunderground_friunderground_satunderground_sununderground_mon

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