Gegen Eintracht kann man mal v-Oehrl-iern…

On 22. Dezember 2013 by gialloblu

Torsten Oehrl kann alles! Letzte Woche in Augsburg schwackte er aus einer Meile Entfernung knallhart den Ball ins Tor, so wie zuletzt Kapitän Kruppke in der Hinrunde unserer Aufstiegssaison. Gestern ballerte Oehrl souverän einen Elfmeter ins Hoffenheimer Tor, so wie kein blau-gelber Schütze seit Valentin Nastase in der Quali-Saison für die dritte Liga. Kein Torwart kann Torsten Torfabrik aufhalten – höchstens ein knickpupilliger Linienrichter, der bei Oehrls aberkanntem Treffer bei einer Abseitsentscheidung rekordverdächtige zwei Meter daneben lag. Zwei anerkannte Tore in zwei Spielen – das gelang Torsten Oehrl im Trikot der Eintracht zuletzt in der Regionalliga Nord, als er hintereinander beim SC Verl und gegen den 1.FC Magdeburg traf.

Wie es sich für einen Verein namens Eintracht gehört, gab es natürlich ein paar Dauernörgler, als Oehrl vor der Saison für die Zehnjahres-Rekordablöse von 500.000 Euro vom FC Augsburg zurück geholt wurde. „Viel zu viel Geld“, meinten viele. „Lasst uns lieber bis 2018 warten. Dann läuft der Vertrag vom Messi in Barcelona aus. Den holen wir dann ablösefrei“, sagten die einen. „Oder Christiano Ronaldo von Real Madrid“, sagten die anderen. Wir sagen: Es war absolut richtig, diese halbe Million im letzten Sommer zu investieren. Denn Oehrl rennt und kämpft und trifft – mehr kann man von keinem Offensivspieler auf der Welt verlangen!

Erwartungsvoll klickte ich gestern, nach Eintrachts Sieg gegen die extrem sympathische Plastiktruppe (Transferausgaben im letzten Jahrzehnt: 95 Millionen), die Webseite der Zeitung mit den vier Buchstaben an, die für ihre Fußballkompetenz berühmt ist. Schon der Aufmacher traf den Nagel auf den Kopf, denn die Schlagzeile gab die Stimmung beim Abpfiff im Eintracht-Stadion ziemlich perfekt wieder (Quelle: bild.de):

Oehrl0

Bloß bei der Fotoauswahl unterlief ein Flüchtigkeitsfehler, denn der Fußballer im gelb-blauen Trikot ist nicht Oehrl, sondern irgendein anderer Torjäger, dessen Verein in den Klamotten eines anderen Ausrüsters spielt. Kann ja mal passieren, dachte ich. Also klickte ich auf die Bundesliga-Seite, wo mir leider ein weiterer kleiner Bildfehler auffiel: Beim „Brutalo-Foul“ zeigt Bild versehentlich eine Defensivaktion vom echten Braunschweiger Jungen Pfitzner gegen Hoffenheims Schipplock. Offenbar ein Irrtum, denn Schipplock joggte nach drei Sekunden Behandlung am Spielfeldrand wieder beschwerdefrei zurück auf den Platz. Das eigentliche Brutalo-Foul war stattdessen Schipplocks brutaler Würgegriff gegen Bicakcic, den man sogar mit zwei Elfmetern hätte bestrafen können:

Brutalo_Foul

Naja, dachte ich. Zwei gravierende journalistische Fehler bei zwei Bildern – erst der falsche Oehrl, dann das falsche Brutalo-Foul. Was ist bloß aus der Bild geworden? Die Redakteure vom Sport Samstag nachmittags alle auf dem Weihnachtsmarkt, und die Praktikanten vom Ressort Reise müssen in der Redaktion die Stellung halten? Sind die Zeiten vorbei, als Schlagzeilen wie „Litti, Wutti, bumm-bumm“ das Sprachgefühl einer ganzen Generation prägten?

Nein, wir können nicht tatenlos zusehen, wie überforderte Unbezahlte diese Traditionszeitung vor die Hunde gehen lassen. Deshalb haben wir ein paar Teaser für die Rückrunde angefertigt, die ihr gerne nach Spielen der Eintracht kostenfrei verwenden dürft, sobald Eintracht erneut durch ein goldenes Tor von Torsten Oehrl gewonnen hat. Kein Praktikant muss sich dann Überschriften über „Gewalt-Exzesse“ oder „Torwart-Trottel“ oder „Brutalo-Fouls“ ausdenken, bloß weil mal ein Pyro gebrannt hat oder ein Torwart etwas weiter aus dem Tor kam, als es vor 60 Jahren von Sepp Maier verlangt wurde. Oder weil ein Schauspieler im Trikot einer Betriebssportgruppe auf dem Boden liegend wilde Zuckungen simuliert, weil er Pfitze vom Platz gestellt haben möchte. Bitte nehmt – als kleines Weihnachtsgeschenk und als schönen Wunsch fürs Neue Jahr – folgende Vorschläge an, die wir sehr gerne in der Rückrunde über Eintrachts aktuelle Torfabrik lesen möchten:

Oehrl1

 

 

Oehrl2

 

 

Oehrl3

 

 

Oehrl4

 

 

Oehrl5

 

 

Oehrl6

 

 

Oehrl7

 

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