Bundesliga 2013/14: Spannendste Liga aller Zeiten!

On 6. Februar 2014 by gialloblu

tabellenrechnerGanz schön eng geht es in den drei großen Ligen Europas zur Sache, drei Monate vor Ende der Saison. Premier League: Tabellenführer Arsenal liegt bloß zwei Punkte vor dem Dritten, Chelsea – how exciting! La Liga: Die Spitzenteams Atlético, Barcelona und Real trennen nur drei Punkte voneinander – qué emoción! Bundesliga: Noch unglaubliche 16 Vereine liegen aussichtsreich im Rennen – und zwar im Rennen um die Plätze 8 bis 12. That’s what I call aufregend! Lediglich der circa 50-fache Meister, der FC Bayern, hat sich mit circa 50 Punkten Vorsprung vom Hauptfeld abgesetzt. Auch am anderen Ende der Tabelle, mit vier Punkten Rückstand auf den Vorletzten, wahrt ein Verein erfolgreich Abstand zum grauen Mittelmaß: unsere blau-gelbe Eintracht!

Angesichts des bayrischen Alleingangs an der Spitze lancierte der Postillon in dieser Woche folgende Meldung: „Nichtabstieg perfekt: FC Bayern München feiert vorzeitigen Klassenerhalt“. Nach ganz tief unten geht also nichts mehr für den Rekordmeister. Im Kellergeschoss der Tabelle stellen sich die Fans des Meisters von ’67 jedoch die entgegengesetzte Frage: Welche Möglichkeiten hat der BTSV in dieser Saison noch nach ganz weit oben? Bayern kann nicht mehr absteigen, doch was können wir?

Zu diesem Zweck haben wir das Orakel, also den Tabellenrechner vom kicker befragt. Akkurate Ergebnisvorhersagen sind, wenn man frei von Emotionen nur belastbare Fakten berücksichtigt, ein Kinderspiel. (An dieser Stelle fällt mir ein: Die Papiertonne im Hof wurde heute morgen geleert, so dass ich den Laubsack mit zerknüllten Tippscheinen aus den letzten zehn Jahren entsorgen kann.) Die Rückrunde lehrte uns zwei Fakten, die bei den Tipps von Braunschweigs Spielen ab sofort zu berücksichtigen sind: Erstens – Eintracht kann Standards! Hochscheidt mit halbhoher Ecke, Dogan mit Hackentrick, Kessel mit Vollspann, Tor! Zweitens – Dortmunds Aubemayang ist der einzige Bundesligaspieler, der die Qualität hat, Daniel Davari zu bezwingen. Wir sind gespannt, wie viele unserer kommenden Gegner einen Aubemayang in ihren Reihen haben!

Bei anderen Vereinen zeigt der Liga-Trend übrigens nach unten: Zum Beispiel bei den Vieren von der Tabellenspitze, die sich in den nächsten Monaten voll auf die Champions League konzentrieren werden. Brot kann schimmeln, und was können unsere beiden Nachbarn mit dem Schimmelgrün im Fanschal? H***overs neuer Trainer Korkut bezeichnet ‚mehr Ballbesitz und mehr Spielaufbau‘ als das taktische Maß aller Dinge. Statt drei Punkte bei 30% Ballbesitz, wie in den bisherigen Spielen der Rückrunde, gibt’s ab sofort also null Punkte bei 70% Ballbesitz. Und die BSG vom Volkswagenwerk? Nein, wer sich bloß alle sechs Monate für paarundzwanzig Millionen einen Ersatzspieler von Bayern oder Chelsea leisten kann, ist schlicht zu arm für die Bundesliga. Nach dem Abstieg sollten sich die Wobber schnellstens einen neuen Eigentümer suchen, der endlich mal hemmungslos Geld in das Konstrukt vom Kanal pumpt. 60 Millionen Konzernkohle pro Jahr sind halt zum Sterben zu viel, doch zum Leben zu wenig!

Achtung, Spoiler: Wer noch nicht wissen will, wie die einzig realistische Tabelle der Bundesliga am letzten Spieltag um 17:15 Uhr aussieht, möge jetzt die Augen schließen!

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Achtung, ein weiterer Spoiler: Wer noch nicht wissen will, welche Worte am letzten Spieltag um 17:19 Uhr in der Schlusskonferenz im Radio zu hören sind, möge sich jetzt die Ohren zuhalten: „Auf allen Plätzen ist bereits abgepfiffen, nur in Sinsheim rollt noch der Ball, nein jetzt rollt er nicht, der Ball ruht, denn Hochscheidt legt sich den Ball an der Eckfahne zurecht. In der letzten Minute der Nachspielzeit gibt es die erste Ecke für die Eintracht, halbhoch fliegt sie herein… Hacke.. TOOR! Tor ja gibt’s das TOOOR! Trainer Gisdol hüpft wie Rumpelstilzchen an der Seitenlinie rum, fordert mal wieder Elfmeter für Hoffenheim. Während ich das erzähle rasten hier die Braunschweiger völlig aus: auf dem Platz, auf dem Zaun, im Block, auf der Trainerbank. Und Abpfiff! Schnell also live rüber zur Meisterfeier nach München… Wie?… Ich höre gerade aus der Regie, dass wir noch nicht nach München schalten… Wir bleiben hier in Sinsheim noch auf Sendung?!“

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Wir stellen also fest: Zwar können die Bayern nicht mehr absteigen, doch der BTSV kann theoretisch noch Deutscher Meister 2014 werden. Klar, wie schon ’67 könnte in schlecht informierten Kreisen vom Zufallsmeister die Rede sein: Wegen unserer negativen Tordifferenz, weil nur ein einziger Spieler in der kicker-Rangliste auftaucht, weil Eintracht in der gesamten Saison bloß eine Minute, von 17:19 bis 17:20 am letzten Spieltag, in der oberen Tabellenhälfte stand. In der spannendsten Bundesligasaison aller Zeiten!

Und auch unser Gegner am kommenden Samstag, die andere Eintracht, müsste bei diesem Endstand nicht traurig sein: Denn durch das späte Gegentor darf Hoffenheim mal wieder in die Relegation. Bestimmt mal wieder gegen Kaiserslautern…

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