Morgen, 15:30 – Öffentliche Dino-Zerlegung

On 14. Februar 2014 by gialloblu

hsv_dinoUnglaubliches musste sich Bengt Holst, der Direktor vom Zoo von Kopenhagen, in der letzten Woche gefallen lassen: Es gab Unterschriftensammlungen, Petitionen und Facebook-Hassgruppen gegen den Zoodirektor. Bloß weil er am Wochenende die Giraffe Marius öffentlich, vor den großen Augen kleiner Kinder, in leckere Häppchen zerlegte und diese an die Löwen verfütterte. So viel Aufregung, weil er bei ein paar Realitätsverweigerern die Illusion zerstörte, dass wilde Tiere in der afrikanischen Savanne sich nur von Penne mit Pesto oder von Dinkelburgern ernähren.

Wer gut zu Löwen ist, kann aus Braunschweiger Sicht kein schlechter Mensch sein. Entsprechend gering war die Verwunderung, als heute Nachmittag Bengt Holst als Neuzugang beim BTSV vorgestellt wurde: Er besetzt ab sofort die Stelle des Löwenfütterers. Schon morgen Nachmittag soll er zur Säge greifen, wenn ab 15:30 Uhr der Dino der Bundesliga, der HSV, im Eintracht-Stadion häppchenweise den elf Raubkatzen serviert wird. Deshalb, liebe Kinder, schaltet morgen Nachmittag eure Spielkonsolen aus. Denn statt virtuelle Blutrünstig-Medaillen bei Call of Duty zu sammeln, könnt ihr morgen echten Splatter live im Stadion erleben. Die Kopenhagen Kids waren von seiner Show begeistert!

„Wir würden dem HSV dieses Schicksal gerne ersparen“, sagte Eintrachts Neuzugang bei seiner Vorstellung. „Wir haben überall in Europa angefragt, ob man eine Verwendung für den Dino hat. Doch selbst in den kleinsten Ligen, wie in der Campionato Dilettanti in San Marino, winkte man ab: Einen Dino ohne Sieger-Gene möchte dort niemand bei einer Paarung ansetzen, weder in der Zucht noch auf dem Spielplan. Und genauso wie die Giraffe Marius kann man den Dino HSV nicht einfach in Afrika auswildern – auch er würde sich in der Freiheit nicht zurechtfinden.“ Fußball-Nostalgiker werden seinen Abschied bedauern, denn der Dino feierte große Erfolge in der Kreidezeit der Bundesliga. Doch spätestens als in der Eliteklasse Kreide durch moderne Sportplatz-Markierfarbe ersetzt wurde, begann der meteoritenhafte Absturz des Dinos.

„Der Dino stinkt vom Kopf her“, lautet das berühmteste Sprichwort aus der Steinzeit. Fast hätte, in seiner grenzenlosen Weisheit, der Aufsichtsrat des HSV den Tyrannotrainer Felix verpflichtet, der einst selbst den trägsten Pflanzenfresser zum Laufen brachte. Möglicherweise wird ab Montag über die Rückkehr längst versteinerter Fossilien wie Branko Zebec oder Ernst Happel verhandelt. Niemand würde sich wundern, wenn nächste Woche plötzlich das Ungeheuer von Loch Lorant als neuer Trainer auftaucht.

Viel Arbeit erwartet hingegen Eintrachts neuen Löwenfütterer: Nach einem Zweibeiner (Dino) soll er bei den nächsten Heimspielen auch Vierbeiner (Fohlen) und Sechsbeiner (Käfer) in appetitliche Portionen zerlegen. Eine ganz besondere Überraschung plant Bengt Holst in Berlin: „Übermorgen mache ich den traditionellen Fantreff ‚Holst am Zoo‘ wieder auf! Das komplette kulinarische ABC wird dort auf der Speisekarte stehen: A wie American Pizza, B wie Bulette, C wie Currywurst. Da kommt dann alles rein, was die elf Löwen am Tag zuvor nicht fressen wollten. Zu fanfreundlichen Preisen!“ Alle am Sonntag zu Hertha reisenden Gästefans aus Wolfsburg, die unter der Woche den Gästeblock in Hoffenheim fast zum Platzen brachten, haben bereits zwei Vierertische reserviert. Wir wünschen Guten Appetit!

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