Elfmeter – wir spenden für den guten Zweck!

On 25. Februar 2014 by gialloblu

Was schwelgten wir am Samstag in Erinnerungen: Zwei Elfer in einem Spiel verschossen? Das gabs zuletzt in Liga drei gegen Fortuna Düsseldorf! In Überzahl bei 1:0-Führung einen Elfmeter verballert und am Ende sogar verloren? Weißte noch, in der Regionalliga gegen Babelsberg! Dies ist das Schöne im Dasein als Eintracht-Fan: Völlig egal, wie spektakulär der BTSV ins Klo greift – es fühlt sich vertraut an, denn der letzte Griff der gleichen Art ist noch gar nicht lange her!

Doch woran liegt’s, dass Eintracht sich mit Elfmetern so schwer tut? Und wie kann der BTSV sein klitzekleines Penalty-Problem am geschicktesten lösen? Zeit für eine messerscharfe Analyse!

Variante 1: Elfmeterschießen ist eine Lotterie

Eine Erkenntnis, die Engländer alle zwei Jahre machen. Wenn sich bei einer EM oder WM der entscheidende Ball im Elfmeterschießen in den nächtlichen Himmel über Italien oder Portugal verabschiedet. It’s a lottery. Und was macht man beim Lotto, wenn man am Samstag nicht gewonnen hat? Genau, man kreuzt am kommenden Samstag genau die gleichen Zahlen wieder an! Nach exakt diesem Prinzip schießt Domi Kumbela seine Elfmeter: In Gedanken legt er das obere Drittel eines Lottoscheins über das Tor und kreuzt seine Glückszahl an, seine Rückennummer 12. Dann kickt er den Ball Richtung Kästchen Nummer 12, also flach nach halbrechts (Gruß und Dank an Tipp-Kick für Torwart und Ball).

elfmeter1Die gute Nachricht: Domi trifft die 12 regelmäßig mit eiskalter Präzision. Die schlechte Nachricht: Domis System beim Elfmeter-Lotto wurde schon vor Jahren vom Fachmagazin „Fliegenfänger“ enthüllt. Deshalb wussten eifrige Leser wie Männel (Aue), Orlishausen (KSC) und Schäfer (1.FCN) diese Info bereits zu nutzen. Verbesserungsvorschlag: Gebt Domi das Trikot mit der Rückennummer 1, dann knallt er jeden Elfer links oben in den Knick.

Variante 2: Die Grenzen der Physik

Kaum ein Spieler beim BTSV geht so wissenschaftlich-analytisch ans Elfmeterwerk wie Marc Pfitzner. Pfitze weiß: Wenn man einen Elfer mit 100 km/h Richtung Innenpfosten pfeffert, bleibt dem Keeper keine halbe Sekunde Zeit, um seinen Körper die knapp vier Meter von der Tormitte zum Pfosten zu bewegen. Das schafft vielleicht ein Panther nach einer starken Tasse Kaffee, aber bestimmt nicht so ein Mützenträger mit Torwarthandschuhen. Also verschafft sich der besonders kluge Keeper einen kleinen Vorsprung, indem er bereits beim Anlauf des Schützen beherzt Richtung Pfosten springt. Pfitze setzt dieses Wissen konsequent um: Meistens läuft er langsam an, lässt den Torwart den ersten Move machen, und rollt den Ball dann flach in die andere Richtung.

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Dieser Trick kann klappen, wie letzte Saison bei Union. Sieht allerdings blöd aus, wenn’s nicht klappt – so wie zuletzt in Köln. Verbesserungsvorschlag: Pfitze tritt nur noch gegen Torwarte an, die bei Physik-Aufgabe a) ganz klar pro ‚frühzeitige Entscheidung‘ argumentieren.

Variante 3: Hol die Schrotflinte aus den Kofferraum

Wie würde wohl Chuck Norris einen Elfmeter schießen? Würde er tänzelnd anlaufen, um dann den Ball Richtung Tor zu lupfen? Niemals! Bumms, Ball aufs Tor. Und mal gucken wer noch steht, wenn der Staub sich gelegt hat. Treten Eintrachts eisenfüßige Innenverteidiger zum Elfer an – egal ob Deniz Dogan beim Nordcup gegen den HSV, oder Eisen-Ermin am Samstag an der Nor(r)is – verfolgen sie einen einfachen Plan: Stell dir vor, in der linken Torhälfte hängt eine riesige Zielscheibe. Schwack den Ball Richtung Bullseye in der Mitte der Scheibe. Wie bei einem Schuss aus der abgesägten Schrotflinte gibt’s eine Streuung von etwa einem Meter. Mit etwas Glück schlägt dieser Ball also unhaltbar oben in der Ecke ein. Vermutlich nichts anderes sagte Slomka beim ersten HSV-Training zu seinen Spielern: „Zielt ab sofort nur noch auf den Torwart. Dann macht ihr gegen Dortmund drei Tore.“

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In Nürnberg streute Ermins Elfmeter-Flinte leider in die verkehrte Richtung – nicht Richtung Torwinkel, sondern Richtung Torwart. Verbesserungsvorschlag: Einen Antrag beim DFB stellen, dass beim nächsten Elfer, den ein Braunschweiger Innenverteidiger tritt, sechs Bälle übereinander auf dem Punkt liegen. Das entspricht ungefähr der Anzahl von Kugeln in einem Schrotgewehr, wenn man auf Hamsterjagd geht!

Fazit: Eintracht und Elfmeter – das ist wie Senf und Seife, wie Schwanensee in der Oper und Blasentee mit Opa, wie Sofa kaufen und Komasaufen. Es sind zwei Dinge, die einfach nicht zueinander passen. Gleichzeitig ist Eintracht ein Verein, dessen Fans, Spieler und Offizielle allein schon in 2014 viel Spendenbereitschaft bewiesen haben – sei es beim Benefizturnier für Jannes, beim Blutspendetermin im Eintracht-Stadion, aktuell bei der Choreospende fürs nahende Derby. Deshalb folgender Vorschlag: Wir spenden ab sofort alle uns zugesprochenen Elfmeter einem anderen Verein!

So hätten wir unseren Elfer aus Minute 41 in Nürnberg sehr sinnvoll spenden können. Sekunden später wäre dann in Hamburg das Spiel unterbrochen worden: „Sehr geehrte Spieler und Zuschauer, soeben wurde dem BVB von Braunschweig ein Elfmeter gespendet.“ Reus verwandelt, anstelle des HSV geht Dortmund kurz vor der Pause in Führung. Nürnbergs Motivationsschub durch gehaltene Elfmeter bleibt aus. Eintracht gewinnt, HSV verliert. Und dann hätte es bei Abpfiff gleich noch eine weitere erfreuliche Spende gegeben: die der roten Laterne an den HSV!

Tja, Spenden kann wirklich viel Freude bereiten…

2 Responses to “Elfmeter – wir spenden für den guten Zweck!”

  • Genialer Beitrag, macht blos weiter so! Habe wieder herzhaft gelacht. Danke.

  • Das Spiel war wirklich nur mit einer großen Portion Galgenhumor zu ertragen. Für Euch Braunschweiger noch mehr als für uns Clubberer.

    Haut Euch weiter so rein, wir werden alles daran setzen, dem HSV und dem SCF ein paar einzuschenken.

    Wäre schade, wenn Ihr länger auf eine Revanche warten müsstet!

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