Elfmeterpech? Lieber DFB, wir müssen reden!

On 22. März 2015 by togo

Man sagt, in einer Spielzeit gleicht sich alles irgendwie und irgendwann aus. Wenn diese oft strapazierte Redensart stimmt, müsste es für Eintracht Braunschweig in den verbleibenden acht Spielen die Strafstöße nur so hageln. Denn im bisherigen Saisonverlauf hat die Eintracht eine unvorstellbare Zahl von sechs klaren, 100%igen Elfmetern nicht bekommen. Die Leopedia, ansonsten Euer Online-Fachmagazin für aussagekräftige Statistiken seit Gründung des Römischen Reichs, kann sich nicht erinnern, dass eine Mannschaft im deutschen Profifußball jemals derart ausgedehntes Schiedsrichterpech hatte. Kann man da noch von Zufall reden, oder ist das schon Pissverein reloaded?

Gleich vorweg: wir betreiben keine generelle Schiedsrichterschelte. Denn die DFB-Unparteiischen leiten die Partien grundsätzlich ordentlich, und niemand von uns würde den Job besser erledigen können als sie. Aber: eine Anzahl von sechs klaren Elfern, die innerhalb von drei Vierteln einer Saison nicht gegeben werden, ist ungewöhnlich hoch und alarmiert den Statistiker in uns. Vor allem, weil auf der Habenseite bisher kein einziger Strafstoß steht. Das bedeutet, dass Eintracht Braunschweig diese Saison eine Elfmeterquote Pfiff/Foul von 0% hat. Unvorstellbar? Wir haben die einzelnen Szenen für Euch herausgesucht:

Die ersten beiden Elfmeter hätte Eintracht bereits am ersten Spieltag in Düsseldorf bekommen müssen. Erst wurde Nielsen von Schmidtgal einfach nur umgerannt, später räumte TW Rensing Bakenga ab. Strafstöße aus dem Lehrbuch – aber nicht für Schiedsrichter Deniz Aytekin, der einen rabenschwarzen Tag erwischte. Der Saisonstart ging mit 2:2 nicht unbedingt in die Hose, hätte aber mit einem Dreier beginnen müssen. Der Kicker war konsequent und verpasste Aytekin die Note 5. Elfer 1 und 2!

Saisoneröffnung in Düsseldorf. Und gleich im ersten Spiel wurden der Eintracht zwei klare Elfmeter verweigert. Ein Trend, der sich bis heute fortsetzt.

Saisoneröffnung in Düsseldorf. Und gleich im ersten Spiel wurden der Eintracht zwei klare Elfmeter verweigert. Ein Trend, der sich bis heute fortsetzt.

Am sechsten Spieltag waren die Lilien zu Gast. Der Aufsteiger machte wieder einmal eine engagierte Partie, hatte aber das Glück, dass Schiri Patrick Ittrich das elfmeterwürdige Foul von Mathenia an Ademi nicht ahndete. Weil der Unparteiische in dieser Partie noch weitere Klopse fabrizierte (unter anderem bekam auch Darmstadt 98 einen klaren Elfer von Pfitzner an Heller nicht), darf auch Ittrich sich über eine mangelhafte Note im Kicker freuen. Elfer 3!

Und wieder Düsseldorf: Im Rückspiel am 18. Spieltag hätte es bereits nach einer knappen Viertelstunde Strafstoß für Blaugelb geben müssen – Kessel wurde von Bodzek („immer wieder Bodzek“) weggestoßen, als er zum Kopfball ansetzte. Keine Frage, da hätte der Pfiff kommen müssen. Schiedsrichter Sascha Stegemann (Kicker-Note 4,5) wollte nichts gesehen haben. Eine andere Attacke gegen Nielsen fiel in die Rubrik „kann, muss aber nicht“ und wird deshalb nicht mitgezählt. Elfer 4!

Am 25. Spieltag musste Eintracht Braunschweig beim SV Sandhausen antreten. Es ging bereits auf die Halbzeitpause zu, als Braunschweigs Sturmflitzer Ryu von dem Ex-Osnabrücker Riemann elfmeterwürdig gelegt wurde. Anstatt auf den Punkt zu zeigen, machte Schiri Christian Dietz das genaue Gegenteil: er gab Ryu gelb für eine vermeintliche Schwalbe! Damit hatte sich Dietz zur Lachnummer des Spieltags katapultiert, wie man diversen Foren entnehmen konnte. Dem Kicker-Redakteur missfiel Dietz‘ Blackout ebenfalls -Note 4,5. Elfer 5

Auch beim Spiel gegen den FC Ingolstadt einen Spieltag später mussten sich die Eintracht-Fans wieder über einen nicht gegebenen Elfmeter ärgern. Das Spiel endete torlos 0:0, das hätte aber nicht so sein müssen. Denn das Foul von Hübner an Omladic (79.) war offensichtlich, der Elfmeterpfiff die logische Konsequenz. Nicht so für Schiedsrichter Marco Fritz, der auf Weiterspielen entschied und damit falsch lag. Die Kicker-Note steht noch aus, dürfte wegen dieses Patzers aber sicher auch nicht besser als 4,5 ausfallen. Elfer 6!

Natürlich gab es auch Entscheidungen, die falsch waren und von denen die Eintracht profitierte. Der nicht gegebene Elfer für Darmstadt im Hinspiel zum Beispiel, oder eine strittige Szene aus der Heimpartie gegen Leipzig. In der Summe aber bleibt: Elfmeter für Braunschweig, das ist in dieser Saison anscheinend keine Option für Deutschlands Bundesliga-Schiedsrichter.

One Response to “Elfmeterpech? Lieber DFB, wir müssen reden!”

  • Ach, das ist nur im ersten Moment zum Aufregen und die Schiris meinen es nur gut mit uns.

    Was passiert, wenn’s einen Elfmeter gibt? Bole oder ein anderer macht ’ne Rückgabe zum Torhüter draus. Da würde ich mich viel mehr drüber aufregen, daher bin ich irgendwie froh, dass es bisher keinen Elfmeter für uns gab.

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