Wie erwartet: FCK und Justpay stellen sich blind und taub

On 8. August 2015 by togo

Wir sind ja irgendwie doch Realisten. Natürlich war uns klar, dass der 1.FC Kaiserslautern und das Bezahlkartenunternehmen Payment Solution Services GmbH, das Justpay betreibt, keinen Bock haben werden, sich der Diskussion zu stellen. Trotzdem haben wir beiden die Möglichkeit geboten, zeitnah Stellung zu beziehen, denn eine solche Möglichkeit der Gegenposition / Erklärung ist Bestandteil eines sauberen Journalismus. Und wie die Netzplanet-Affäre um Landesverrat und umfallende Minister uns gerade zeigt, sind Blogger Journalisten. Denn sie schaffen Inhalte, berichten, enthüllen, positionieren.

Und selbst, wenn der 1.FC Kaiserslautern und Justpay diese Definition von Journalismus nicht teilen und Blogger als lästige und unwichtige Nervensägen einschätzen, so war es doch sehr kurzsichtig, überhaupt nicht auf unsere Anfrage zu reagieren. Denn: hinter der Leopedia stecken Journalisten. Echte. Die ihr täglich Brot damit verdienen Inhalte zu schaffen, zu berichten, zu enthüllen, sich zu positionieren. Dass die Leopedia nur unser Hobby ist, spielt dabei keine Rolle.

"Nur nach Hause könn' wir nicht" - Eintracht-Fans werden von Justpay am Heimweg gehindert.

„Nur nach Hause könn‘ wir nicht“ – Eintracht-Fans werden von Justpay am Heimweg gehindert.

Aber nicht nur deshalb ist es unklug von FCK und Justpay, sich jedem Dialog zu verweigern. Selbst wenn „nur“ ein „stinknormaler“ Blog sich gemeldet hätte, wären Antworten angebracht. Einerseits aus Höflichkeit. Andererseits – und das sind dann doch handfestere Gründe – weil das Aussitzen von Kritik heutzutage nicht mehr funktioniert. Wer sich der Diskussion nicht stellt, über den wird diskutiert, das ist PR-Grundwissen. Uns wundert, dass es in der Pressestelle des 1.FC Kaiserslautern niemanden gibt, der sich damit auskennt. Auch von Justpay hätten wir deutlich mehr Professionalität erwartet.

Der Stein rollt. Wir werden Fans anderer Vereine um Erfahrungsberichte bitten, ob sie mit Justpay ähnliches erlebt haben wie die Eintracht-Fans in Kaiserslautern. Denn, sollte sich herausstellen, dass sich Justpay hier mit künstlich geschaffenem Personalmangel eine nette Verdienstmöglichkeit generiert (und die Hausherren, also die Eigentümer der Stadien), ist das Thema sicherlich etwas, das nicht auf Blog-Ebene bleiben muss. Wettbewerb braucht faire Regeln. Und Fußballfans sind nicht wehrlos. Sie glauben das zwar häufig, unterschätzen aber ihren Einfluss. Denn zwar werden die Fans gern nur als Konsumenten gesehen. Aber wenn diese Konsumenten sich Produkten oder Entwicklungen verschließen, bestimmen sie selbst den Weg.

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